Heavenly Koh Lanta Yai

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Unsere Reise nach Thailand liegt schon ein Weilchen zurück, ist es aber unbedingt wert, dass ich dennoch davon erzähle. Thailand nennt man auch das Land des Lächelns und seit wir dort waren, weiß ich auch warum. Wir wurden tatsächlich überall ganz herzlich und lächelnd empfangen, wir haben ausschließlich freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt. Was die Barrierefreiheit betrifft gibt es hier sicherlich noch einiges zu verbessern, dennoch haben Lutzi und ich es auf jedes Boot, Bus oder TukTuk geschafft – ohne die helfenden Hände der Thailänder wäre es sicher nicht immer so reibungslos abgelaufen.

Bevor man Thailand ansteuert, sollte man sich Gedanken machen, welche Insel bzw. Inseln für einen das Richtige sind. Klar, wenn man mit dem Rucksack reist, muss man das im Vorfeld nicht zwangsläufig. Denn mit günstigen Inlandsflügen, Booten oder Bussen kann man in Thailand gut und günstig von A nach B kommen. Da aber nicht jedes Transportmittel für Rollstuhlfahrer geeignet ist, wollten wir nicht ganz so planlos starten und haben uns im Vorfeld für eine Insel entschieden, von der wir auch gut noch ein paar andere Inseln via Boot ansteuern können. Thailand besteht, für die, die sich noch nicht so sehr damit beschäftigt haben, aus über 500 Inseln. Die meisten davon sind bestimmt wunderschön und kommen dem oft gesuchten Paradies ziemlich nahe. Doch nur wenige entfalten vermutlich diese ganz spezielle Magie. Es sollte nicht eine dieser touristischen und großen Insel sein, in der das Hauptaugenmerk auf Full Moon Partys liegt. Phuket oder Koh Samui waren damit schon mal raus. Viel Natur und Zeit zum Entspannen sollte es diesmal sein – unsere Wahl ist auf das etwas kleinere Koh Lanta gefallen und das haben wir keine Sekunde bereut.  Die Insel, bestehend aus zwei Teilen, nämlich Lanta Yai und Lanta Noi, gehört zur Provinz Krabi und ist etwa 800 km von Bangkok entfernt. Hat man keinen Gabelflug von Deutschland aus gebucht, kann man mit einer der thailändischen Fluggesellschaften für weit unter 100€ von Bangkok nach Krabi fliegen. Nach unserem Stopover in Bangkok sind auch wir mit Thai Airways nach Krabi. Von dort geht es entweder mit Auto und Fähre nach Koh Lanta oder via Speedboot.

Unseren Transport haben wir direkt über den Veranstalter zusammen mit unserem Hotel gebucht – das LAYANA Resort & Spa. Das Hotel verfügt über einen Van, mit dem man gegen Aufpreis direkt am Flughafen abgeholt werden kann. Für Rollstuhlfahrer sicherlich die bequemere Variante. Wir wollten dennoch gerne das Speedboot testen. Geht schneller und man bekommt schon ein bisschen was von der Insel vom Wasser aus zu sehen. Der Einstieg ist etwas schmal, Lorenz hat mich über die 3 Stufen huckepack mit an Bord genommen. Der Ausstieg vom Hotel ist kniffliger, das Boot strandet nämlich direkt am Strand ohne Steg. Hab mich vorne an das Bug gesetzt und mich quasi nach unten abgleiten lassen. Für wen das zu umständlich oder unbequem ist, der nimmt besser das Auto – die Fahrtzeit beträgt ungefähr 2h.

Das Layana Resort & Spa ist eine Unterkunft nur für Erwachsene inmitten tropischer Vegetation nähe des Nationalparks Mu Koh Lanta direkt am Meer. Wir waren zu einer Zeit hier, in der es mir noch möglich war, mich 1-2 Schritte auch ohne Rollstuhl fortzubewegen. Die wunderschöne grüne Hotelanlage liegt zwar auf einer Ebene, zu den Zimmern oder ins Restaurant muss man allerdings 1-3 Stufen überwinden. Sie ist also nur bedingt barrierefrei. Weil es für uns aber wirklich einer der schönsten Hotelaufenthalte überhaupt war, wollte ich euch von diesem Resort unbedingt erzählen. Der Infinity-Außenpool bietet eine unglaubliche Sicht aufs Meer, Hotelgäste haben zudem direkten Zugang zum Long Beach. Die Strände der Insel sind überall sehr weitläufig und breit, aber relativ schmal in Richtung Meer, wo sie sehr flach abfallen.

Der resorteigene Wellnessbereich Linger Longer Spa mitten im Garten lockt mit entspannenden Massagen und wohltuenden Anwendungen für den gesamten Körper.

 

Die Zimmer bieten moderne thailändische Architektur mit hellen Stoffen aus Seide und Möbeln aus Hartholz. Im Restaurant Tides wird morgens das Frühstück serviert, man kann sowohl innen auch als draußen sitzen. Tagsüber und am Abend wird man hier mit frischen Meeresfrüchten, authentischer Thai-Küche, aber auch internationalen Gerichten verwöhnt. Mahlzeiten dürfen auch am Pool, am Strand oder der Strandbar eingenommen werden. Das Personal war sowas von höflich und hilfsbereit und gleichzeitig so zurückhaltend und aufmerksam – wirklich ein ausgezeichneter Service. Wir wurden buchstäblich auf Händen getragen – unser Aufenthalt war ganz einfach traumhaft!

 

Fortbewegt haben wir uns auf Koh Lanta entweder zu Fuß und mit Lutzi oder wie schon in Bangkok, mit einem TukTuk. Wir haben zu zweit mit Rollstuhl in die Kabine (neben dem Fahrer) gepasst,auch wenn es mit zusammengeklappten Rollstuhl knackig eng war. Es gibt nur zwei wirklich große Straßen – die Längste führt im Westen der Insel einmal von Norden Richtung Süden, quasi parallel zum Strand entlang und eine andere führt quer durch Koh Lanta. Gehwege gibt es nicht wirklich, die Straßen sind größtenteils breit genug um am Rand zu gehen, außerdem herrscht auf der Insel relativ wenig Verkehr.

In unserem Hotel konnte man sich kostenlos Kajaks ausleihen. Damit sind wir gemütlich den mittleren Teil der Westküste entlang gepaddelt. Eine gute Alternative, wenn man schlecht den Strand entlang gehen kann. So konnte ich mir von der Wasserseite aus trotzdem eine gute Übersicht über die ganzen Strandbars machen. Einige dieser Strandcafés haben wir auch besucht, nur sind wir meist über die Straßenseite hineingekommen und nicht vom Strand aus.

Die kleine und chillige Insel bietet keine wirklichen Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinn. Es gibt noch ein großes Stück Regenwald, ganz im Süden den Nationalpark Mu Ko Lanta und die Khlong Chak Waterfalls unweit davon. An der Nordspitze der Insel liegt der kleine Ort Baan Saladan mit einigen Geschäften und Restaurants direkt am Wasser. Viele bieten Außenplätze auf Holzstegen – ein Abendessen bei Kerzenschein und Meeresrauschen – herrlich. Saladan bildet quasi das Zentrum von Koh Lanta, hier legt auch die Autofähre am Hafen an. Den Norden kann man hervorragend zu Fuß erkunden. Ein Restaurant in dieser Gegend, in dem man super frischen Fisch bekommt, ist das L.Maladee. Es liegt nicht direkt am Wasser, bietet aber eine super gemütliche und urige Atmosphäre und unser “Catch of the day” war ausgezeichnet. Es geht wenige ganz schmale Stufen nach oben, die man aber auch mit Rollstuhl überwinden kann. Rollstuhlgerechte Toiletten sucht man hier oder auf der Insel leider vergebens. Mit ebenerdigen Toiletten kam ich hier persönlich auch einigermaßen zurecht.

 

Als Verpflegung in unserem Hotel hatten wir nur Frühstück gewählt, um dann abends unterwegs und bei Einheimischen essen gehen zu können. Wir haben auch sogenannte Garküchen getestet, die direkt an der Hauptstraße liegen, in denen fast nur Thailänder gegessen haben. Hier bekommt man eine Vorspeise + Hauptgericht und Getränken für weniger als 10€ für zwei Personen. Es war immer lecker, aber auch richtig scharf. Wir mussten zu jeder Bestellung “not so spicy” hinzufügen, um ein Essen zu bekommen, dass uns nicht die Zunge wegäzt 😀

Wer eine Pause vom thailändischen Essen braucht und etwas westlich angehauchte Küche genießen möchte, dem kann ich das Tides Restaurant im Resort empfehlen sowie das Restaurant Red Snapper, welches fußläufig keine 15min vom Layana entfernt ist – einfach südlich die Hauptstraße entlang. Es ist etwas teurer, aber jeden Baht wert. Auf dem Rückweg zum Layana kommt man dann noch bei Funky Monkey vorbei und kann sich einen Absacker bei Live Musik gönnen.

Schöne Strandbars bzw. Restaurants in denen wir noch gegessen haben: Moloko Bar und Times for Lime – am besten tagsüber oder zum Sundowner herkommen. Denn vor allem die frühen Abende an Koh Lanta´s Westküste sind magisch. Man bekommt die volle Farbpalette, also ein Mix aus knallpink, blutrot und orange, bevor die Sonne direkt vor einem im Ozean verschwindet.

Vor allem um und am Khlong Khong Beach, südlich von unserem Resort, herrscht eine mega entspannte Atmosphäre – ein kleines „Hippie-Paradies” mit zahlreichen Reggae-Bars, kleinen und gemütlichen Bungalowanlagen & jeder Menge herzlicher Menschen.

 

Wer Koh Lanta ausgekundschaftet hat, kann via Boot auch die umliegenden Inseln oder Schnorchelspots ansteuern. Im Zentrum bieten zahlreiche Tourguides verschiedene Ausflüge an. Wir wollten allerdings auf Nummer sicher gehen und haben unsere Bootsausflüge lieber direkt über und mit unserem Resort gebucht. Das war zwar teurer als bei ortsansässigen kleinen Touranbietern, schien mir mit Rollstuhl, aber die sichere Variante. Zum einen kannten wir so schon das Boot und wir wussten, dass immer ein Crew von mindestens 3 Mitgliedern dabei war, die gerne geholfen haben mich nach dem Schnorcheln wieder an Bord zu ziehen.

Unsere erste Exkursion ging nach Koh Phi Phi. Mit dem Speedboot erreicht man die Inselgruppe in 45 Minuten. Die Szenerie über wie unter Wasser ist wirklich spektakulär. Riesige Kalksteinfelsen und steile Kliffs bestimmen das Bild. Unterteilt sind die Phi Phi Inseln in den kleinen unbewohnten Teil: Koh Phi Phi Leh mit der berühmten Maya Bay, die wohl jedem aus dem Film “The Beach” bekannt sein dürfte und dem größeren, bewohnten Teil: Koh Phi Phi Don, wo sich alle Unterkünfte befinden.

 

Vor allem Maya Bay ist, wie nicht anders zu erwarten, furchtbar überlaufen, hier reiht sich ein Boot an das andere, wirklich schön ist das leider nicht. Also doch schön ist es natürlich, die Szenerie wird durch die Touristenmassen (zu der auch wir gehören) einfach gestört. Wir haben uns relativ schnell auf den Weg nach Bamboo Island gemacht, ein phantastischer Spot zum Schnorcheln. Es waren kaum andere Boote zu sehen – herrlich paradiesisch und weit und breit nur türkisblaues Wasser. Unsere Unterwasserkamera war leider nicht so der Hit – in echt war alles viel farbenfroher.

 

Ebenfalls schön, ist ein Bootsausflug zum Sonnenuntergang durch die unberührten Mangrovenwälder, die zwischen Koh Lanta Yai und Koh Lanta Noi liegen. Unterwegs sieht man eine Vielzahl von Affen und Vogelarten.  Dazu kleine Snacks, Getränke und ein bisschen Musik – in dieser herrlichen Atmosphäre kann ein Abend oder ein Urlaub auf Koh Lanta zu Ende gehen.

 

Die Insel hat unsere Herzen sofort höher schlagen lassen, wir denken so gerne an diese schöne Zeit zurück! Wer also etwas Ruhe und endlose Strände in subtropischer Natur sucht, der darf sich gerne mal hierher verirren. Auch für uns wird es sicher nicht die letzte Reise nach Thailand gewesen sein.

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