Vegas, Baby!

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Bei einem lustigen Kaffeekranz in einer netten Mädelsrunde entstand die Schnapsidee, dass unser nächster Trip vielleicht nach LAS VEGAS gehen könnte. Ines und ich haben nicht lange gefackelt und haben bei einem super Schnäppchen, dass wir auf Expedia (click&mix) gefunden haben einfach mal zugeschlagen. 6 Wochen später ging es für uns für eine Woche in die größte Stadt des US-Bundesstaates Nevada.

Unsere Freundin Jana hat sich zu unserer Freude kurzfristig auch noch angeschlossen. Für sie haben wir ein extra Bett in unserem Zimmer im Luxor buchen können, nur den gleichen Flug hat sie nicht mehr bekommen und musste einen anderen wählen. Es war einer der verrücktesten, aber auch schönsten Mädelstrips, den wir bislang erleben durften, obwohl einiges schief gelaufen ist – so viel schonmal vorweg.

Ines und meine Reise hat phänomenal gut gestartet. Die Economy der Lufthansa war nämlich überbucht und wir durften die Glückspilze des Tages sein und uns über ein Upgrade freuen. Der schönste und entspannteste Flug (aber auch mit 1 x Stop in Kanada)  lag hinter uns und nach 16h kamen wir am Flughafen LAS VEGAS an. Unsere Freundin Jana hat die Reise 3h vor uns angetreten und wir hatten sie eigentlich bereits im Hotel vermutet. Tja, leider saß die süße Maus leicht zerrupft am Gepäckband. Sie hatte Ihren Anschlussflug verpasst und nach 2 Stopps und einem kleinen Umweg über Phoenix hatte sie es auch endlich nach Las Vegas geschafft. Nur ihr Koffer ist unterwegs abhandengekommen. Wir haben sie erst mal getröstet und natürlich nichts von unserem “Champagner-Bad” in der Business-Class erzählt 😉 Total sicher, dass ihr Koffer morgen bestimmt nachkommt, haben wir auf unsere beiden Koffer gewartet, in denen wir mehr als genug Unterwäsche und Klamotten auch für 3 Mädels hatten. Das Glück lag hier nicht mehr auf unserer Seite, unsere Koffer kamen nämlich ebenfalls nicht. Da haben wir ganz schön doof aus der Wäsche geguckt. Wie unwahrscheinlich ist es bitte auch, dass das uns allen 3 passiert, zumal wir noch nicht mal die gleichen Flüge hatten und der Flug von Ines und mir auch nach Plan verlaufen ist. Nach 1 1/2h haben wir es aufgegeben und sind mit dem Taxi ins Hotel gefahren. Die Mitarbeiter des “Gepäckbüros” hatten uns zuvor versichert, dass das ab und zu passieren kann und sie die Koffer, sobald sie da sind, ins Hotel bringen lassen. Eine sog. Vorgangsnummer haben wir direkt von den Airlines bekommen, mit der wir theoretisch online unseren Gepäckstatus verfolgen konnten. Wirklich hilfreich war das allerdings nicht, die meiste Zeit wurde uns “in process” oder ähnliches angezeigt. „Lost in space“ hätte es vermutlich eher getroffen.

 

Das Luxor liegt direkt am Las Vegas Strip, etwas weiter unten im Süden und ist bekannt für seine einzigartige Pyramidenform. Man findet hier unzählige Bars und Restaurants, Shops, eine Kasino-Fläche von 110.000qm und Wettbüros, einen Wellnessbereich und mehrere Outdoor-Pools. Im Luxor muss man auch eine Resortgebühr entrichten, die bei uns im Buchungspreis bereits mit enthalten war.  Man sollte im Vorfeld unbedingt darauf achten, für welche Hotels eine Resort-Fee fällig ist und ob sie im Preis inbegriffen ist.

Mit unserem Handgepäck haben wir unser super großes Zimmer mit zwei riesigen Doppelbetten bezogen. Im Bad gab es eine Badewanne und eine ebenerdige Dusche mit Sitz, also alles was das oder vielmehr mein Herz begehrt. Für den Preis konnte man aber auch keine Suite mit Pool auf dem Balkon erwarten. Wenigstens das Ladegerät für Lutzi´s Batterie und einen Adapter hatte ich glücklicherweise im Handgepäck, die Mädels hatten dafür Wimperntusche und roten Lippenstift am Start. Immerhin.
Es war inzwischen 1 Uhr nachts, aber das Hotel wollten wir uns schon noch angucken. Außerdem gab es Gutscheine für Free-Drinks im Casino einzulösen, die uns die nette Dame von der Rezeption spendiert hat. Sie hatte wohl etwas Mitleid mit uns nach der Koffer-Story oder wir sahen einfach so aus als könnten wir nen Drink vertragen. Wir mussten ihr ja mitteilen, dass man uns benachrichtigen möge, wenn die Koffer denn eintreffen. In weiser Voraussicht hat sie uns vorsorglich auch schon mitgeteilt in welchen Shops wir in der Nähe günstig einkaufen können.
Nach unserem Ausflug an eine unserer Hotelbars, hat uns der kleine reinlichkeitsliebende Putzteufel Jana vor dem Schlafengehen noch unsere Klamotten vom Leib gerissen, um in der Badewanne einen Waschvorgang vom allerfeinsten durchzuspülen. Am nächsten Morgen, also 4 Stunden später, durften wir natürlich erstmal Schlüpfer & Co föhnen, damit wir im Anschluss gleich unsere Shoppingtour starten konnten. Wir haben uns von Socken, über Unterhosen, bis zu Ohrringen (ganz wichtig für mich) komplett neu eingekleidet. Zumindest mit dem was wir kriegen konnten. Auch die Pflegeprodukte fürs Bad incl. Kontaktlinsenreiniger mussten wir uns selbstverständlich zulegen. Ein Glück trage ich Monatslinsen, mit Tageslinsen hätte ich auch nicht mehr lange was gesehen. Vor allem die Pflegeprodukte fürs Bad waren ganz schön teuer, ein kleines Päckchen Wattepads gab es für schlappe 4$.
Gar nicht so leicht alles auf Anhieb zu finden. Auch wenn in den nächsten Tagen der BH selten zum Kleid oder die Schuhe zum Outfit gepasst haben, durften wir feststellen wie wenig man eigentlich braucht. Etwas bunt sind wir irgendwie auch rumgelaufen, aber wir haben immerhin kaum Zeit in Styling oder der Auswahl der Klamotte investiert. Die Auswahl war schließlich begrenzt und das war gut so.

Poolparty Marquee

Jede freie Minute sind wir in die Unterhaltungsmetropole eingetaucht und haben den Alltag hinter uns gelassen. Wir haben die nächsten Tage jede Poolparty mitgenommen und keinen Nachtclub ausgelassen, ne Mütze Schlaf gab es maximal auf der Liege am Pool. Ines dachte, sie kann dazu auch auf einen Sonnenschirm verzichten, als sie aufgewacht ist, erschien ihr das als nicht so clever. Den Rest des Urlaubes nannten wir sie liebevoll ´Mr. Krabs´.

Wir haben viele Hotels angeschaut, jede einzelne Themen- bzw. Phantasiewelt ist schon eine Attraktion für sich. Die Fountains am Bellagio, der Vulkanausbruch vor dem Mirage, mit den Gondeln durch das Venetian fahren oder mit der Achterbahn durchs New York, New York, um hier nur ein paar wenige Beispiele zu nennen. Leider kann ich euch so gut wie keine Bilder davon zeigen, da wir ja meistens mit den Smartphones Fotos machen und die Akkus dauerleer waren :(. Die kurzen Zeiten, die wir auf dem Zimmer verbracht haben, wurden genutzt um die Rolli-Batterie aufzuladen. Gab ja auch nur einen Adapter. Die Hoffnung, dass unsere Koffer mit all den nützlichen Dingen noch auftauchen, haben wir auch nie ganz aufgeben. Fotos und unsere Klamotten wurden auch zunehmend unwichtiger und man sagt ja sowieso “what happens in Vegas, stays in Vegas”, vielleicht ist das in diesem Fall einfach mal nicht so schlimm.
Da man aber immer die liebsten Teile mit in den Urlaub nimmt und manche Verluste schmerzlich waren, durfte jede von uns 5 Minuten am Tag “trauern”. Die restliche Zeit haben wir es einfach ausgeblendet. Bis am vorletzten Tag doch endlich die Koffer von Ines und mir da standen und Jana´s Koffer für immer verloren schien. Die ein oder andere Träne mussten wir noch trocknen und schließlich mit Gin&Tonic in unserem Lieblingsclub DRAIS wegspülen.

Las Vegas muss man einfach mal live erlebt haben, es ist wohl auch unmöglich in der Stadt des Entertainments keinen Spaß zu haben. Als Mädelsgruppe wird man auch gerne mal von Promotern angesprochen, die dich in Clubs einladen, Frei-Getränke spendieren oder dich sogar mit der Limousine in so Tanzschuppen bringen ;D Einfach mal ausprobieren, mitmachen, es lohnt sich! Ich bin wirklich kein Stripclub-Profi, aber dieser hier in Las Vegas, hatte doch einiges mehr zu bieten, als der eine, in dem wir mal in Hamburg waren.

Super rollstuhlgerecht ist die Stadt in der Wüste auch. Jedes Hotel, Restaurant und jede Bar verfügt über einen ebenerdigen Eingang, große Toiletten gibt es auch fast überall und mit dem Bus kann man den Strip rauf- und runter fahren. Rollstuhlfahrer dürfen immer zuerst über die elektrisch ausklappbare Rampe einsteigen. Hat über den gesamten Zeitraum prima geklappt, wobei wir so oft es ging gelaufen sind, weil es einfach unheimlich viel zu sehen gibt und weil es am besten ist, sich einfach durch die Neonlichter treiben zu lassen.

Bushaltestelle ggü. unseres Hotels mit Blick auf den Strip

Die letzten beiden Tagen liefen dann wieder nicht ganz so rund. Das NEON Museum wollte ich mir gerne anschauen, darum sind wir mit dem Bus Richtung Fremont Street nach Old Town Las Vegas gefahren. Sie ist nach dem Las Vegas Boulevard die bekannteste Straße des Wüstenstaates, während das Golden Nugget wohl das bekannteste Casino dieser Straße ist. Nach einer kleinen Stärkung im Park on Fremont – super süßes Cafe/Pub mit liebevoll eingerichteten Innenhof, sind wir losmarschiert. Unser Kellner zeigte uns die Richtung an, wir konnten google maps ohne Akku wieder mal nicht starten. Gefühlt 2 km sind wir Richtung Downtown marschiert, bis die Gegend immer schäbiger wurde und weit und breit kein Museum in Sicht. Es gab auch keine Menschenseele auf der Straße, die wir nach dem Weg fragen konnten. Außer uns Hühnern, die langsam mal für kleine Königstiger mussten, läuft bei dieser Hitze natürlich niemand auf der Straße in der prallen Sonne spazieren. Schließlich kam ein Motel, in dem wir höflich nach der Toilette und dem Museum fragten. Von dem zahnlosen Typ hinter der Rezeption, der hinter Gittern!! saß, wurden wir allerdings gleich weggeschickt, ein Museum gäbe es hier nicht. Auch die Herrschaften beim nächsten Mini-Supermarkt ließen uns nicht zur Toilette, schickten uns aber in die nächstgelegene “Apotheke”. Es wurde wirklich dringend und wir sind regelrecht reingerannt, ohne wirklich auf unsere Umgebung zu achten. Es war die versiffteste Toilette meines Lebens, auf den Boden und die Wände wurde uriniert, Spritzen lagen am Boden…als wir rauskamen starrten uns lauter gruselige Gesichter entgegen und wir vermuteten eher in einer Methadon-Ausgabestelle oder sonst wo gelandet zu sein. Schnell raus und schnell zurück. Erst jetzt sind uns die aufgebrochenen Autos, die vielen leerstehenden Häuser und Penner aufgefallen, die in den Seitengassen lagen. Endlich zurück in der Zivilisation, hätten wir unserer Bedienung gerne erst mal den Kopf umgedreht. Ines hatte die Lust auf das Museum verloren und sich in die nächste Bar gesetzt. Jana und ich haben uns nochmal durch gefragt und schließlich den richtigen Weg zum “Schilderfriedhof” gefunden. So erleichtert endlich da zu sein, erklärte uns der lackaffige Typ am Infoschalter, dass heute nur noch Leute rein kämen, die sich zur Führung angemeldet hätten. Durch die Decke wollte ich gehen oder wie Hulk mit Lutzi durch den Tresen brechen, aber keine Chance. Sie haben uns einfach nicht mehr reingelassen. Kann euch leider nicht erzählen, wie es drin aussieht, wobei die Schilder eigentlich draußen liegen, wie auf einem Schrottplatz. Es wurde gerade dunkel und die Night-Tour am Abend soll besonders schön sein. Wer nach meiner Story immer noch gerne das Neon-Museum sehen möchte, sollte sich unbedingt vorher anmelden, geht auch online: http://www.neonmuseum.org/

Es wurde langsam Zeit für das Abendessen. Wir sind einem Tip aus dem Reiseführer gefolgt und wollten am Garden Court Buffet im Main Street Hotel essen. Es war Freitag und Seafood stand auf dem Programm – perfekt, dachten wir. Die erste Enttäuschung war schon mal die Location – bei Garden Court vermutete ich ein Outdoor-Restaurant und keinen klimatisierten Speisesaal. Und auch das Essen war leider eine Enttäuschung – viel Fettiges und Frittiertes, wo man nur erahnen konnte, was das mal für ein Fisch gewesen war. Getränke aus Plastikbechern und um uns rum ein Haufen großer Amis, die alles regelrecht in sich hinein schaufelten. Total angeekelt von dieser Szenerie, ist mir nach 2 Bissen schon der Appetit vergangen. Bin grundsätzlich schon kein Fan von Buffets, aber bei den Amis zählt wohl ganz klar Masse statt Klasse.

Die beste Attraktion in Old Town und mein Highlight dieses kleinen Ausfluges ist die Fremont Street Experience – eine gewölbeförmige 450m lange Kuppel, die über 5 Blocks geht und jeden Abend zur Dämmerung dank 12.5 Millionen LED´s eine Lichtershow abspielt. Dazu gibt es 2 Bühnen mit Live-Musik. Eine richtige Partymeile mit lauter Verrückten. Am einen Ende der Fremont Street gibt es die SlotZilla Zipline, hier kann man sitzend oder liegend durch die Kuppel die Fremont Street entlang fliegen.

Nächster Tag, neues Glück. Ich habe mich schon mega auf die Helikopter-Tour durch den Grand Canyon gefreut, die wir auch schon im Vorfeld gebucht hatten 😉 Wir waren ganz glücklich, dass wir den Shuttle Bus in die Wüste in der letzten Sekunde noch erwischt haben. Denn eigentlich haben wir verpennt, da wir die Nacht zuvor noch in Jana´s Geburtstag reingefeiert haben. Während ich mich mit Lutzi vor den Bus gestellt hatte, waren die Mädels noch schnell Frühstück holen. Unsere Busfahrerin war schon richtig sauer und wollte eben losfahren, als die Mädels mit den Starbucks-Tüten um die Ecke bogen. Die restlichen Leute, die in dem Bus bereits gewartet haben, haben uns nicht gerade freudestrahlend empfangen, als wir dann endlich eingestiegen sind. Der Ein oder Andere wird sich über das im Bus angebrachte Ess- und Trinkverbot-Schild gefreut haben und darüber, dass wir Croissant und Kaffee auf dem Schoss mit uns herumfahren mussten. Doch damit nicht genug. In der Wüste angekommen überraschte uns noch ein ganz doofer Sandsturm, sodass den Rest vom Tag keine Helikopter mehr abheben durften. Unsere Tour wurde gestrichen, aber gegen höhere Gewalt kann man einfach nichts machen.

 

Zur Feier des Tages haben wir unser Geburtstagskind Jana am Abend in die Show MICHAEL JACKSON ONE by CIRCE DE SOLEIL entführt. Nicht nur für Michael Jackson Fans ein Muss, eine großartige Show für jedermann. Es war der perfekte Abschluss für unsere partyreichen Tage in dieser phantastischen Glitzerwelt. Nicht nur, weil der Helikopterausflug baden ging, ist es für uns ganz klar, dass wir eines Tages wieder mal Urlaub in die Stadt der Neonlichter machen und hoffen, dass es nur halb so witzig wird, wie dieser Trip.

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Kim LumeliusMagdalena Recent comment authors
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Magdalena
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Hallo Kim!
Oh nein – und es hat so lange gedauert, bis die aufgetaucht sind? Unglaublich. Aber genial, dass ihr euch nicht habt die Laune verderben lassen.
Ich bin ja auch ein absoluter Fan von Las Vegas und könnte da immer wieder hin. Es ist total schön zu sehen, dass es noch andere gibt, die spontan ne Woche in Vegas verbringen. Haben wir 2016 nämlich auch so gemacht und alle haben uns den Vogel gezeigt, dass es sich für eine Woche doch gar nicht lohnt. Lohnt sich wohl! 🙂

Liebe Grüße
Magdalena