Mauritius -Inselurlaub im indischen Ozean

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Unsere Flitterwochen haben wir auf Mauritius verbracht – ganz oben im Norden im ZILWA ATTITUDE. Einmal Strandurlaub und 10 Tage faulenzen. Damit es neben Badespaß und Meer auch noch was anderes zu sehen gibt, haben wir uns ganz bewusst für diese Insel im Indischen Ozean entschieden, da sie bei Bedarf noch einige Aktivitäten anzubieten hat.

Ein kleines Fleckchen Paradies auf Erden kann man schon sagen. Sicher nicht in der Hauptstadt Port Louis oder im Osten der Insel. Aber unsere Ecke im Norden und all die Inseln, die wir mit dem Boot angefahren sind, waren wirklich traumhaft schön.

Unser Hotel hatte alles zu bieten, was das Herz begehrt. Mehrere Pools und verschiedene Strandabschnitte, 4 Restaurants und eine Bar, in der abends oft Live-Musik gespielt wurde. Trotzdem war die Anlage überschaubar und an einem Strandtag lagen maximal noch 10 weitere Personen an einem Abschnitt.

Normalerweise übernachten wir während unserer Urlaube gerne mal in Privatunterkünften direkt bei Einheimischen. Wenn wir uns für ein Hotel entscheiden, dann wählen ein kleines  und bei der Verpflegung maximal Frühstück, damit wir tagsüber und abends flexibel sind mit der Wahl unseres Essen.

Auf Mauritius ist in den meisten Hotels Halbpension oder Vollpension ganz normal bzw. das Mindeste, was man buchen kann. In unserem Hotel waren wir schon mit Halbpension völlige Exoten hatte ich das Gefühl, alle anderen hatten All inclusive gebucht. Das ist anscheinend ganz typisch für Mauritius, denn es gibt wenig Orte, an denen man einfach die Promenade entlang geht und sich für den Abend ein Restaurant/Bar aussuchen kann. Vor allem im Norden ist es weniger erschlossen, dafür ruhiger und eher natürlicher. Außerdem soll das Wetter hier am besten sein. Und es kam tatsächlich vor, dass wir bei strahlendem Sonnenschein am Strand lagen, während es in der Mitte von Mauritius geschüttet hat.

Das Zilwa Attitude verfügt über ein rollstuhlgerechtes Zimmer. Ziemlich nah am Haupthaus, d.h. kurze Wege zur Rezeption, Bar, Pool und Restaurants. Es liegt im EG mit großem Bad und ebenerdiger Dusche.

Wir selbst hatten ein Zimmer im EG weiter hinten in der Anlage mit direktem Strandzugang und kleiner Terrasse – auch alles ebenerdig, aber kein behindertengerechtes Bad. Zur Dusche gab es einen kleinen Absatz, zur Toilette musste man einen Schritt gehen. Hier kommt es natürlich auf die speziellen Bedürfnisse an und wenn man auf Nummer sicher gehen will und selbst nicht aufstehen oder sich umsetzen kann, bucht man auf jeden Fall immer das rollstuhlgerechte Zimmer.

Den meisten Spaß hatten wir mit den Jungs vom Bootshaus, die waren jeden Tag mega gut drauf. Lorenz, mein Mann, hat wirklich alle Wassersportarten, die sie dort anbieten, ausprobiert. Von stand-up paddling, über Windsurfen bis Segelboot fahren. Ich selbst bin immer gern mit einem Paddelboot unterwegs. In den Armen reicht die Kraft, um immerhin ein bisschen aufs Meer raus zu fahren.

Meine Lieblingsecke auf dem Gelände war eine Couchlandschaft direkt am Bootshaus. Unter den Bäumen war hier der perfekte Ort, um hier in meine Bücherwelt einzutauchen. Meine Urlaubslektüre war „Die Menschen, die es nicht verdienen“ aus der Krimireihe um den Psychologen Sebastian Bergmann. Die Bücherreihe von Hjorth & Rosenfeldt kann ich jedem Krimifan nur ans Herz legen.

Sehr zu empfehlen war hier der Katamaran-Ausflug mit verschiedenen Tauch-Spots und einer kleinen Tour durch Mangroven. BBQ-Lunch und jede Menge Vino gab es, neben der singenden Crew, noch obendrauf. Einen Rollstuhl kann man auf so ein Boot natürlich nicht mitnehmen. Lorenz nimmt mich dann gern mal ‘huckepack’ mit an Bord, auch die Crew war sehr hilfsbereit und gewillt, mit anzupacken. Toiletten gab es nur unter Deck, die nur via Treppen zu erreichen waren – gar nicht optimal, aber was will man machen, bei so einem kleinen Boot.

Die Glasbottom-Tour (-> Glasboden-Boot) haben wir auch mitgemacht. Relativ einfach einzusteigen über den Steg, fährt man hier aufs Meer hinaus, Richtung der 5 Inseln, die man schon von der Anlage aus sehen kann. Unterwegs kann man ein paar Korallen und Fische beobachten. Die Farbenpracht und Vielfalt war zumindest an diesen Stellen nicht so aufregend wie die, die wir in Thailand beim Schnorcheln entdecken durften. Trotzdem ein netter Ausflug – bei schönem Wetter auf dem Meer ist es für mich sowieso einfach nur herrlich.

Auf Mauritius kann man sich einen Mietwagen leihen oder mit den Taxifahrern die Insel erkunden. Man handelt vorher den Preis für eine halbe oder Ganztagestour aus. Am liebsten fahren wir selbst und allein irgendwo rum, auf der anderen Seite kann man hier auf sehr witzige Typen treffen, die dir Ecken zeigen, die du selbst nicht gefunden hättest. Außerdem können sie dir wahnsinnig viel über die Insel erzählen. Sie schlagen dir auch Ausflugsziele vor, aber am besten macht man sich vorher schlau, was man dort sehen oder erleben möchte.

Im LA VANILLE NATURE PARK hatten wir ganze besondere Begegnungen mit Schildkröten. Wer Schildkröten mag, ist hier wirklich an der richtigen Adresse. Ich habe noch nie so viele und große gesehen. Sie leben dort in einem ziemlich großen Gehege, in das du einfach hinein gehen kannst, um die Tiere zu füttern. Es hat uns einen riesen Spaß gemacht. Man findet im Park noch einige andere exotische Tiere, aber die freilaufenden Schildkröten waren definitiv das Highlight dieses kleinen Parks.

CHAMAREL ist ein kleiner, im Südwesten von Mauritius gelegener Ort, der für die in seiner Umgebung liegenden Naturschönheiten bekannt ist.

Hier befindet sich u.a. eine Rumfabrik, ein fast 100m tiefer Wasserfall und das Naturphänomen der siebenfarbigen Erde (7 coloured earth). Man kommt auf dem kompletten Gelände gut mit dem Rollstuhl zurecht. Nur zu einer Aussichtsplattform oberhalb der siebenfarbigen Erde und zu einem Café gibt es Stufen. Man kann aber auch von unten alles wunderbar sehen und muss nicht zwingend dorthin.

SIR SEEWOOSAGUR RAMGOOLAM BOTANICAL GARDEN, so heißt der botanische Garten in Pamplemousses. Dieser geschichtsträchtige Garten ist unheimlich vielfältig und bietet auf dem ca. 35ha großen Gelände allerhand tropische Pflanzen, vor allem etliche Palmenarten. Farbenfrohe Blumen sieht man am ehesten im mauritischen Frühling im Oktober/November. Wir kamen genau zur richtigen Zeit, zu der die Blüten gerade aufgegangen sind.

In einem großen Teich findet man die berühmte Wasserlilie: Victoria regia. Man sagt, dass hier sogar ein Kind darauf sitzen könnte, ohne im Wasser zu versinken.

Wenn man mehr zu der botanischen Vielfalt erklärt haben möchte, kann man am Eingang auch einen Führer buchen, manche sprechen sogar deutsch. Man kann sich aber auch auf eigene Faust den Garten anschauen, dazu erhält man am Eingang eine kleine Karte, die  bei der Orientierung hilft.

 

In der Hauptstadt PORT LOUIS darf man keine herausragende Architektur, keine schönen Gässchen oder besonders schönes Flair erwarten. Es ist schon etwas laut und eng hier. Etwas entspannter ist ein Spaziergang auf der CAUDAN WATERFRONT und ein Besuch im BLUE PENNY MUSEUM. Auf dem Markt unter all den bunten Schirmchen und in den unzähligen Geschäften kann hier wunderbar geshoppt werden.

 

 

 

GRAND BASSIN gilt als heiligste Pilgerstätte der Hindus in Mauritius und ist die größte außerhalb Indiens. Der Kratersee wird auch Ganga Talao (See des Ganges) genannt. Rund um den erloschenen Vulkankrater befinden sich bunte Götterstatuen, einige Tempel und kleine Opferschreine. Wer sich für fremde Kulturen und Religionen interessiert und einen Eindruck der hinduistischen Glaubenswelt gewinnen will, ist hier herzlich willkommen. Vor allem am Wochenende und zu hinduistischen Feiertagen kommen viele Pilger zum Beten, Meditieren, um Opfergaben zu bringen oder rituelle Waschungen durchzuführen. 2km von Grand Bassin entfernt ragt eine 33m hohe Statue des hinduistischen Hauptgottes Shiva in den Himmel, die nach der Legende auch mit verantwortlich für die Entstehung des Sees ist.

 

Ganz oben im Norden liegt das Cap Malheureux (hier umspült der Indische Ozean nicht nur schneeweißen Sand, sondern auch schwarzes Lavagestein, welches bis ins Wasser hineinreicht) und der Ort Grand Baie. Er ist bekannt für seinen Sunset Shopping Boulevard und sein lebendiges Nachtleben. Wir haben uns den ehemaligen Fischerort am Nachmittag und zum Sonnenuntergang angeschaut.

Ein ganz besonderes Erlebnis war für uns auf jeden Fall das Hochseefischen. Freunde von uns waren zur gleichen Zeit auf Mauritius im Urlaub und wir haben sie im Westen der Insel besucht. Ein kleines Boot samt Fischer und Skipper haben wir gemietet und sind aufs weite Meer hinaus. Wir Mädels lagen gemütlich vorne auf dem Mini-Deck und haben es uns beim Sonnen gut gehen lassen.

Auf dem hinteren Teil des Bootes haben sich die Herren der Schöpfung um die Angelhaken gekümmert. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis der erste Fisch an der Angel war, dann wollten aber doch noch ein paar anbeißen. Sogar einen Thunfisch haben wir im Laufe des Tages geangelt. Im Hotel unserer Freunde gab es den abends vom Küchenchef als Carpaccio und Steak frisch zubereitet. Es war ein Gedicht und ein wundervoller letzter Tag auf dem Meer.

Vielen Dank Mauritius für diese herrlich entspannten Flitterwochen!

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