München, i mog di ♥

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Und zwar nach jedem Besuch ein bisschen mehr! Ich nehme euch mit auf unseren Wochenendtrip in die bayerische Landeshauptstadt & zeige euch, wie barrierefrei man München erleben kann. Einige Freunde, und jetzt auch noch meine Halbschwester Vivien, wohnen mitten in München, was für mich wieder einen Grund mehr bedeutet, dorthin zu fahren. Meine Auflistung ist keineswegs abschließend und da man München von Mannheim sowohl mit dem Zug als auch mit dem Auto in knapp 3 Stunden erreicht, wird es sicher nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

 

Unterkunft
Mit Hoteltipps kann ich leider nicht dienen, da wir in München bisher immer privat untergekommen sind. Eine Seite, auf der ihr sicher fündig werdet, gibt es von “München Tourismus barrierefrei”.
Besonders wichtig für mich, neben einem stufenlosen Zugang, sind die Angaben zum Sanitärbereich. Der Facharbeiterkreis Tourismus hat einige Unterkünfte auf ihre Barrierefreiheit überprüft, besonders im Hinblick auf Haltegriffe am WC und Duschsitze. Eine Auflistung verschiedener Hotels in allen Preiskategorien habe ich hier für euch hinterlegt.
Glockenbachviertel
Mobilität
Im Stadtzentrum bewegt man sich besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorwärts als mit dem Auto, denn Parkplätze sind rar. Wer einen blauen SB-Parkausweis hat, kann auf den öffentlichen Behindertenparkplätzen der Stadt parken. Eine Auflistung und Suchmaske gibt es hier.
Mit einer gültigen Wertmarke im Schwerbehindertenausweis kann man den MVV (S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn “Tram” und Bus) kostenlos nutzen.
Wir sind meistens S-Bahn oder U-Bahn gefahren und hatten richtig Glück mit ausschließlich funktionierenden Aufzügen! Man muss das positiv erwähnen, leider sind Fahrstühle viel zu häufig defekt und hindern uns Rollstuhlfahrer daran, eine Station überhaupt zu begehen. Meistens ist man auch gleich auf 2 Fahrstühle pro Station angewiesen, weil man im Sperrengeschoss (-> Zwischengeschoss; ab da braucht man einen gültigen Fahrausweis) nochmal umsteigen muss. Es gibt MVV-Faltblätter in denen Stationen mit “barrierefreiem Zugang” gekennzeichnet sind; hier findet ihr die Onlineversion.
Um “Liftbaustellen” in der U-Bahn zu umgehen, schaut am besten vor Fahrtantritt bei der MVG vorbei.
Kleiner Tipp: Die Höhendifferenz zwischen Bahnsteig und Fahrzeug kann stark variieren. Bei Bedarf sollte der Zugfahrer Hilfe beim Ein-oder Aussteigen leisten, deshalb unbedingt direkt an der ersten Tür hinter dem Fahrer stehen. Die Bereiche sind meistens gelb auf dem Boden gekennzeichnet.
Busse und Trambahnen sind in München dank Klapprampen und/oder Hubliften für Rollstuhlfahrer auch kein Problem. Ich spreche natürlich immer von der Theorie. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das in der Praxis nicht immer so easypeasy abläuft. Man begegnet immer wieder unaufmerksamen oder weniger hilfsbereiten Fahrern, dafür hilft dir dann hoffentlich ein netter Passant weiter. Es kostet einen mal mehr, mal weniger Überwindung Fremde um Hilfe zu bitten, aber traut euch einfach – ihr werdet zu 90% nur freundlichen Mitmenschen begegnen ♥
Noch ein vielleicht wichtiger Aspekt sind barrierefreie Toiletten. Falls jemand noch keinen “Euroschlüssel” hat, rate ich dringend euch einen zuzulegen. Gegen ein Pfand von 20€ können (u.a.) Rollstuhlfahrer den Schlüssel bei der jeweiligen Stadt-/ bzw. Kreisverwaltung erwerben und bekommen damit europaweit Zugang zu barrierefreien WCs.
Hier noch die Auflistung der begehbaren Örtlichkeiten in München.

 

Englischer Garten
Der englische Landschaftsgarten im Nordosten von München zählt zu den größten Parkanlagen der Welt. Mit 375 ha übertrifft er flächenmäßig sogar den Central Park in New York. Die Parkanlage verläuft westlich zur Isar und der Isarring teilt den Park in einen Süd- und einen Nordteil. Unser Winterspaziergang durch die Südhälfte ging am Chinesischen Turm vorbei bis zum Seehaus am Kleinhesseloher See. An der Eisbachwelle könnt ihr übrigens fast das ganze Jahr Surfern beim Wellenreiten zuschauen. Sogar bei 0° Grad waren hier ein paar Leute im Wasser.

 

Viktualienmarkt
Ein kleines kulinarisches Highlight mitten im Herzen von München, unweit vom Marienplatz entfernt. Der Markt ist bei Touristen & Münchnern gleichermaßen beliebt. Hier gibt es allerlei Köstlichkeiten, die Gaumen und Sinne erfreuen. Feinkostbuden, Bäcker, Metzger, Fischhändler und Blumenläden bieten auf dem Platz saisonale & exotische Leckereien. Der Biergarten in der Mitte des Viktualienmarktes ist bei gutem Wetter besonders beliebt – hier genießt man Bratwurstsemmel und ein frisch gezapftes Bier und kann dabei das Treiben auf dem Marktplatz beobachten. Sonntags ist der Viktualienmarkt geschlossen. Gerade im Winter ist mir draußen sitzen persönlich zu kalt. Im Sommer waren wir allerdings schon öfter hier.

 

Haus der Kunst
München hat Kunstfreunden viel zu bieten. Wir haben uns für das Haus der Kunst  entschieden. Ein sehr schönes altes Gebäude mit super hohen Wänden und bodentiefen Fenstern und dank Rampe am Vordereingang auch komplett rollstuhlgerecht.
Während unseres Besuches gab es u.a. eine Ausstellung von Kiki Smith: Procession.
Mit der modernen Kunst probieren wir es immer wieder und wieder…nur will das nicht immer so an mich gehen, aber Geschmäcker sind ja verschieden. Denke dem ein oder anderen wird das auch so gehen. Mich kann man eher mit alten Meistern der Kunst begeistern. In einem Dali z.B. könnte ich mich ewig verlieren…♥

 

Goldene Bar
Die goldene Bar findet ihr im EG des Hauses der Kunst. Der Name bezieht sich auf die wunderschönen Wandmalereien. Auf der goldfarbenen Landkarte entdeckt man die Herkunftsländer &-regionen der einst dort ausgeschenkten Spirituosen. Mein ehemaliger Heimatort Bad Dürkheim ist auch zu sehen. Kein Wunder, aus der Pfalz kommen schließlich auch die besten Weine! Neben Kaffee und Kuchen gibt es ein täglich wechselndes Menü und verlängerte Abendöffnung.

 

Occam Deli
Deli kommt von Delikatessen. Man kann hier frühstücken, zu Mittag oder zu Abend essen und sogar die nötigsten Grundnahrungsmittel einkaufen. Das Restaurant liegt im Ortsteil Schwabing am Wedekindplatz, ausgestattet mit einfachem aber geschmackvollem Interieur. Das Essen ist ein Mix aus der jüdischen, amerikanischen, französischen, italienischen und orientalischen, schlichtweg kosmopolitischen Küche. Wer sich darunter jetzt nichts vorstellen kann, wirft am besten einen Blick auf die Tageskarte. Euch erwartet jedenfalls besondere Feinkost zu etwas gehobeneren Preisen. Wir waren zu zweit zum Frühstück dort – je ein Gericht, Kaffee und frisch gepresster Saft für 42€.

 

The Italian Shot
Aus einem speziell angefertigten Schamott-Ofen kommen hier Pizzen namens Luis Trinker oder La Donna Canone auf den Tisch. Nicht nur die Namen sind ausgefallen, auch der Belag. Der Boden ist dünn und knusprig – genau nach meinem Geschmack. In München gibt es zwei Filialen. Wir waren in der schnuckeligen Variante in Glockenbach. Das Restaurant liegt im Erdgeschoss, eine Stufe muss man am Eingang überwinden. Wer mit Rollstuhl hier her möchte, sollte einen der vorderen Tische reservieren, sonst könnte es eng werden. Neben Pizza gibt es noch Salate, frisch Gezapftes & lecker Saftschorlen.

 

The Drunken Dragon Bar
Legeres Restaurant und hippe Bar zugleich. Das Drunken Dragon im Glockenbachviertel serviert moderne chinesisch inspirierte Küche und raffinierte Drinks. Ausgefallen, frisch und experimentierfreudig sind die Jungs – der Service war ausgezeichnet. Das Essen super lecker! Egal wer was bestellt, serviert wird in der Mitte – man teilt hier. Ich liebe es von allen Tellern zu naschen. Wir haben hoffentlich keine Futterneider unter uns? 😉 Das Interieur ist dunkel und einfach, von den Wänden schauen dir neon-bunte Drachen entgegen. Das Restaurant ist im EG, genau wie die Toiletten. Der Gang ist allerdings super schmal. Beim Verlassen musste ich zwei Herrschaften vom Barhocker schmeißen, um mit Lutzi durchzukommen 😉
Meine Empfehlungen: Chicken Hot & Sour Soup, »Shao Rou« Roasted Pork Belly and Green Beans (gibts auch vegetarisch), Korean Style Veal Ribs
 

 

Wirtshaus Maximilian
Altbayrisches gemütliches Wirtshaus im Glockenbachviertel. Hier bekommt man feine alpenländische Küche serviert. Wer Lust auf Münchner Schnitzel, Schlutzkrapfen oder einen ofenfrischen Schweinekrustenbraten hat, ist hier an der richtigen Adresse. Im Sommer könnt ihr auf der Terasse Platz nehmen, im Winter dürft ihr euch an den Holzofen schmiegen. Das Lokal hat am Eingang eine kleine Stufe, die Toiletten sind ebenerdig.

 

The Lovelace – A Hotel Happening
Pop-Up Stores kennt man ja. Ein Pop-Up Hotel kannte ich bisher noch nicht. Aber warum ungenutzte Räume auch nicht in ein “Hotel Happening” umwandeln. In einem alten beeindruckenden Bankgebäude findet man von 2017-2019 ein Hotel, Bars, Showrooms, eine Galerie, einen Club oder irgendwie alles in einem. Wer hier Gast ist, darf jeden Tag ein anderes Erlebnis aus den Bereichen Pop, Politik, Handel, Kunst und Gesellschaft erleben. Wir haben die Bar im obersten Stockwerk für ein paar Drinks besucht. Ein DJ hat den Abend musikalisch untermalt 😉
Ein schönes “Happening” zum Abschluss. Ich freu mich schon, wenn ich im Sommer wiederkommen kann. Mit einem Städtetrip nach München kann man zu keiner Jahreszeit etwas falsch machen.
Welches sind eure Hotspots in München? Wohin sollte ich bei meinem nächsten Besuch auf jeden Fall? Ich freue mich über jegliche Vorschläge!

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