Chuburna – if heaven is a place on earth…

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Mexiko stand schon seit Ewigkeiten auf meiner Reise-Wunschliste und ich bin super happy, dass wir das Land der Maya endlich bereist haben. Gemeinsam mit Lorenz und 4 Freunden haben wir uns zunächst auf den Weg auf die Halbinsel Yucatan gemacht.
Natürlich nicht gerade ein Katzensprung, einen Flug von knapp 11h müsst ihr schon auf euch nehmen. Mit Lufthansa ging es für uns via Direktflug von Frankfurt nach Cancun. Das Flugzeug war glücklicherweise nicht gänzlich ausgebucht, sodass wir alle mindestens 2 Plätze zur Verfügung hatten. Bei so einem langen Flug echt der Jackpot!! Ich war sehr glücklich darüber, ab und an die Füße wenigstens hochlegen zu können, damit sich das Wasser nicht ganz so sehr anstaut. Im Großen und Ganzen bereitet mir das Fliegen nicht so viele Probleme, wobei meine Vorfreude auf ein neues Reiseziel sowieso alles übertrifft! Vorfreude ist und bleibt für mich einfach die schönste Freude, auch wenn dann mal der Schuh drückt oder die Nerven über den Wolken zucken. Da mir schon zwei Mal das Trommelfell geplatzt ist, nicht beim Fliegen, sondern durch Mittelohrentzündungen, schmerzt die vernarbte Seite hin und wieder oder beschert mir einen ekligen Druck oder Tinnitus. Dies ist meistens aber nur von ganz kurzer Dauer, deshalb halb so wild. Das größte Hindernis an Bord ist immer der Toilettengang. Dank Bord-Rolli kann man zwar bis zu Toilettentür fahren, in die Kabine komme ich allerdings nur mit Hilfe, weshalb ich leider nie alleine fliegen könnte. Auf Kurzstrecken kann ich mir das zum Glück verkneifen, aber auf dem Langstreckenflug klappt das natürlich nicht. Obwohl ich die Beobachtung gemacht habe, dass der Harndrang über den Wolken schon erheblich schwächer bei mir ist. Geht es nur mir so oder ist das vielleicht bei noch jemandem so?
Den Flug jedenfalls haben wir alle unbeschadet überstanden: es lagen 15 Urlaubstage vor uns, um ein kleines Stück dieses facettenreichen Landes kennenzulernen. Bereits von Daheim aus, haben wir uns dafür einen Mietwagen und 3 verschiedene Unterkünfte in Chuburna, Tulum und Akumal gebucht. Playa del Carmen und Cancun haben wir bewusst ausgelassen, auch von den Inseln haben wir abgesehen, da wir dachten, dass das Festland für unseren ersten Besuch sicher genug schöne Orte (& Abenteuer) zu bieten hat und wir wurden nicht enttäuscht oder wissen eben nicht was uns entgangen ist 😀 Wobei mich vor allen Dingen die Isla Holbox interessiert hätte, eine Insel ohne Autos mit viel Sand auf dem Boden und daher vermutlich weniger gut für mich und mein rollendes Gefährt geeignet.
Nachdem wir Lutzi, mich, 6 Koffer, 5 Taschen und das komplette #teammexico im Minivan verladen hatten, ging es Richtung Norden und zwar in unsere erste Unterkunft: das Strandhaus in Chuburna! Nach 3 ½ Stunden kamen wir mitten in der Nacht am Ziel an. Dank der guten Beschreibung und netten Kommunikation im Vorfeld hat das alles prima geklappt. Den wahnsinnigen Ausblick aufs Meer konnten wir natürlich erst beim nächsten Sonnenaufgang genießen, der erste Eindruck bei Nacht, mit der schön beleuchteten Terrasse und dem Meeresrauschen, versprach schon Einiges. Und man kann es nicht anders sagen, wir hatten echt eine traumhafte Zeit in Anitas Strandhaus! Es liegt gefühlt am Rande der Welt in einem Fischerdorf, mit weniger als 2000 Einwohnern. Wir haben uns super wohl gefühlt, es war der perfekte Start um gemütlich in Mexiko anzukommen. Und der Ausblick aufs Meer am Morgen, war immer wieder aufs Neue ein sagenhafter Start in den Tag.

“A beach house isn`t just a real estate. It`s a state of mind”

Während unserer Zeit im Beachhouse haben wir uns überwiegend selbst verpflegt, d.h. viel gekocht und gegrillt. Essen waren wir selten. Aber wer braucht das schon, wenn der frische Fisch sogar frei Haus geliefert wird. Die Küchenausstattung des Hauses ist reichlich gebraucht, man findet aber alles Nötige. Vor allem die Outdoor-Küche samt Grill hat es uns angetan. Da zögert man nicht lange, wenn der Fischlieferant an der Tür klingelt und dir den  Catch of the day, Lobster oder Scampis anbietet. Das werde ich wirklich am meisten vermissen. Gleich neben der tollen Sonnenterrasse und dem erfrischenden Infinity- Pool natürlich, hier hätten wir es echt ewig aushalten können. Das Haus selbst war einfach, nicht luxuriös, dennoch chic und funktional. Vor allem, wenn man sich in der Nachbarschaft mal umschaut, Anitas Strandhaus ist definitiv das Schönste weit und breit. Hier und da gibt es mal ein verrostetes Rohr oder Schloss, aber so ist das eben, wenn man einen Wimpernschlag vom Meer entfernt wohnt. Bei unserer Ankunft wurde es auch gleich schon ziemlich lustig, als wir versucht haben die Terrassentür aufzuschließen, die zu dem oberen Teil des Hauses führt. Der Schlüssel ist doch tatsächlich direkt im Schloss stecken geblieben. Glücklicherweise stand eine Leiter auf dem Grundstück, auf der unsere Freunde, die in der oberen Etage geschlafen haben, wenigstens nach oben klettern konnten. Am nächsten Tag wurde das verrostete Schloss gleich ausgetauscht, es lief alles wieder wie geschmiert. Während Anitas Abwesenheit kümmert sich der ausgewanderte Kanadier Berry um alles und der steht echt Tag & Nacht zur Verfügung 😉
Das schnuckelige Strandhaus wird übrigens via Airbnb vermietet. Entweder komplett (4 Doppel-Schlafzimmer) oder nur die obere oder untere Wohnung mit je 2 Schlafzimmern. Wir haben das Haus mit 6 Personen “tuttikompletto” gemietet. Mit Rollstuhl habe ich mich natürlich in ein Schlafzimmer im Erdgeschoss eingenistet. Von der Terrasse, die gleichzeitig der Hauseingang ist, führen 2 Stufen zum Eingang, die an der einen Seite so weit voneinander entfernt sind, dass man sie gut nach einander “hochwuppen” kann, so wie man das auch an einem normalen Bürgersteig macht. Geht dann in meinem Fall eben nur mit Hilfe, Lutzi und ich hätten das nicht alleine geschafft. Bin mir sicher einige wendige Rollstuhlfahrer mit manuellen Rollstühlen kriegen das auch alleine hin. Bei einer größeren Gruppe aber zum Glück kein Problem, war immer jemand in der Nähe 🙂 Im Haus selbst war dann alles ebenerdig, eine besondere behindertengerechte Ausstattung gibt es nicht. Die Dusche war ebenerdig, wir haben einfach wieder einen Plastikstuhl von der Terrasse als Sitz umfunktioniert. Für meinen Rollstuhl waren nur die Badtüren etwas zu eng, überall sonst konnte ich rumdüsen. Mit den Gegebenheiten vor Ort konnte ich mich sehr gut anfreunden.

In dem kleinen Örtchen Chuburna selbst gibt es, außer den schönen Sandstränden, nicht so viel. Mini-Supermärkte und ein paar Straßen-Imbisse und Fischrestaurants, die man fußläufig gut erreichen kann. Selbstgemachte Tortillas und Co. kann man ebenfalls im Ort kaufen. Von den Nachbarn hat man nicht viel gesehen, nur den Hund hörte man öfter mal bellen. In dem Nachbarort Progreso findet ihr größere Supermärkte und in die Hauptstadt von Yucatan braucht man ungefähr eine ¾ Stunde.

 

Merida – Yucatans Hauptstadt
Wir haben die lebendige Stadt, die man auch das Tor zur Welt der Maya nennt, an einem Samstagabend besucht. Unser Auto hatten wir zufällig auf einem Parkplatz direkt am Plaza de la Independencia (Plaza Grande) geparkt und von dort die City dann zu Fuß erkundet. Wir waren zunächst etwas überrascht wie überfüllt die Straßen doch waren, so ein Trubel waren wir gar nicht mehr gewöhnt. Man bekommt einen kleinen Kulturschock, wenn man von einem gefühlten 3-Seelen-Dorf in eine Stadt mit fast einer Million Einwohnern kommt. Noch dazu an einem Samstag, an dem hier sowieso der Punk abgeht. El Carazón de Mérida nennt man die Fiesta zu der es reichlich Musik, Lichtshows und andere kulturelle Darbietungen gibt. Dafür werden sogar am Abend einige Straßen im Ortskern für Autos komplett gesperrt und die Restaurants stellen nach 21 Uhr die Tische für ihre Gäste einfach auf die Straße. In diesem lebendigen und wuseligen Teil des Zentrums gibt es auch einige kleine Märkte und unzählige Klamottenläden, Gruschtelshops und Straßenverkausstände. Es hat uns ein wenig an Bangkok erinnert. Läuft man aber weiter Richtung Cathedrale de San Ildefonso, im Übrigen die größte Kirche Yucatans, entdeckt man wieder mehr von der kolonialen Schönheit. Einige prächtig restaurierte Stadtpaläste konnten wir zum Glück auch noch entdecken und der Charme in diesem Teil der Stadt konnte den anfänglichen etwas weniger guten Eindruck wieder wettmachen. Das Restaurant in dem wir zu Abend gegessen haben, hatte einen ganz vielversprechenden gemütlichen Innenhof voll mit Lichterketten. Das hat mit natürlich gut gefallen, leider hat uns das Essen so gar nicht aus den Schuhen gehauen, eher im Gegenteil, deshalb möchte ich euch für Merida lieber keinen Restaurant-Tipp geben. Und es blieb das einzige Mal, dass wir in Mexico so semi-gut gegessen haben. Das Lokal hatten wir uns spontan vor Ort im Vorbeigehen rausgesucht, in dem Fall hätte ich mir jedoch gewünscht, dass im Vorfeld doch lieber was Nettes rausgesucht hätte, wie ich es ziemlich häufig mache. Das muss nicht immer ein schickes Restaurant sein. Ein guter Straßenimbiss tut es auch, es muss einfach nur schmecken ☺Dazu muss man sich manchmal eben überraschen lassen und auch Sachen ausprobieren, die man vorher weder gesehen noch gehört hat.

 

Izamal – die gelbe Stadt
Die komplett in ockergelb getünchten Häuser von Izamal findet ihr circa 60km östlich von Merida. Das entzückende Städtchen nennt sich auch gern “Stadt der drei Kulturen” da hier mehrere Pyramiden der Maya, das Kloster der Spanier und ein moderner mexikanischer, dennoch behutsam im Kolonialstil errichteter Ortskern, vereint sind. In der Stadt stehen überall alte Pferdekutschen, die dich zur Pyramide Kinich Kakmo oder dem Atriumgarten des Franziskanerklosters bringen möchten. Aber Izamal kann man sehr gut zu Fuß erkunden und alle Sehenswürdigkeiten in wenigen Gehminuten erreichen. Davon abgesehen können einem die Pferde, die in der prallen Sonne stehen, nur leidtun. Dazu sind sie halb verkleidet, tragen Hüte mit Blumen, die einfach nur witzig aussehen, aber hoffentlich ein wenig vor der Sonne schützen. Die womöglich älteste Stadt Yucatans besticht durch ihr einzigartiges Stadtbild, das sich rund um das Franziskanerkloster in gelb-weißem Gewand zeigt. Auch die umliegenden Straßenzüge mit ihren Häusern sind in diesen Farben gehalten, was irgendwie ein fast romantisches Gefühl vermittelt. Wir waren auch erst am späten Nachmittag vor Ort, gegen Mittag brennt der Planet einfach viel zu sehr in Mexico. Man sollte aber bedenken, dass das Gelände der Pyramide Kinich Kakmo und andere kleine Tempel im Stadtgebiet nur bis 17 Uhr zugänglich sind. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist aber das 1562 fertiggestellte Franziskanerkloster San Antonio de Padua, welches auf eine der damals noch existierenden Maya-Pyramide gebaut wurde. Ein breiter Treppenaufgang führt zum riesigen Atrium, angeblich einem der größten der Welt. Ein überdachter Säulengang mit 75 Bogen umschließt den Platz. Mit dem Rollstuhl kommt man seitlich des Platzes einen etwas holprigen gepflasterten Aufgang nach oben. Izamal ist ein echt ganz schnuckeliges Städtchen, das man sich wirklich mal anschauen kann. Nicht ohne Grund gehört die gelbe Stadt zu den „Pueblos Magicos“, eine Auszeichnung, die besonders sehenswerte Orte in Mexiko mit einem bedeutenden historischen oder kulturellen Vermächtnis erhalten.
Noch mehr faszinierende Ruinenstätten der Maya und andere kleine oder große wunderbare Orte werde ich euch im nächsten Bericht zeigen. Ihr dürft gespannt bleiben 🙂
Und wer jetzt immer noch vom Strandhaus träumt, findet Anita´s Traumdomizil und noch mehr Bilder, vor allem auch von innen, direkt auf Airbnb. Wer mal wieder so richtig entspannen möchte oder sogar den Knopf zur restlichen Welt ganz ausstellen will, ist in Chuburna genau am richtigen Ort. Das Strandhaus hat uns alle verzaubert. Bisher wirklich eine meiner schönsten Unterkünfte, die ich über das Portal gebucht habe. Und wer das auch mal ausprobieren möchte, bekommt mit diesem Link 30 € Reiseguthaben bei der Registrierung gutgeschrieben. Viel Spaß beim Stöbern, Träumen und Entdecken!

 

 

 

 

 

 

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