Brooklyn, auf nach Williamsburg Baby!

Williamsburg Brooklyn

Obwohl wir bei unserem letzten New York Besuch ziemlich viel Glück mit unserer Unterkunft direkt in Manhattan hatten, sollte diesmal die andere Seite vom East River unser Zuhause werden. Bei unserem ersten Besuch haben wir Brooklyn nämlich nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die es verdient hat. Und was soll ich sagen: mein neuer Lieblingsstadtbezirk in New York ist Brooklyn, Williamsburg!

Transport innerhalb New York und von/nach Brooklyn

In New York von A nach B zu kommen ist auch für Rollstuhlfahrer kein Problem. Wer denkt Brooklyn sei zu weit ab vom Schuss, den darf ich beruhigen. Gerade bei dem ersten New York Besuch, werdet ihr sicherlich einige Stationen in Manhattan ansteuern wollen. Die Metro ist eindeutig die schnellste Option. Leider mangelt es, auch in New York, an einigen Stationen an (funktionierenden) Aufzügen. Aber keine Sorge, es mangelt nicht an Alternativen:

Fähre

Definitiv das coolste Transportmittel für mich in New York, nicht nur um nach Brooklyn und zurückzukommen, ist die Fähre. Egal ob Staten Island Ferry, die dich kostenlos direkt an der Freiheitsstatue vorbei schippert oder eben die NYC Ferry, die für 2,75$ Manhattan mit Brooklyn übers Wasser verbindet. Alle 20 Minuten legen die Schiffe ab und brauchen ungefähr 15 Minuten auf die andere Uferseite oder fahren dich von Lower Manhattan Richtung Midtown. Der Einstieg auf die Schiffe erfolgt dank fest installierter Rampen bodenlos und ist mit Rollstuhl einfach zu meistern. Die meisten Sitzplätze sind innen und windgeschützt. Bei dem schönen Wetter, das wir hatten, stand ich natürlich immer direkt an der Reling nahe dem Wasser.

Bus

Auch Busfahren ist in New York eine Wohltat für mich. Gut, eilig haben sollte man es nicht. Gerade der Verkehr in den Straßen und Avenues von Manhattan ist nicht für seinen geschmeidig flüssigen Verkehr bekannt, dafür hat man meistens eine nette Aussicht. Sightseeing als Nebeneffekt. Ohne Murren und Stöhnen macht einem hier jeder Platz und die Busfahrer helfen freundlich und routiniert über die Rampe – mit der jeder Bus ausgestattet ist – ins Fahrzeug. Der Rollstuhl wird bei jeder Fahrt mit Spanngurten festgezurrt, Safety First! Das ist hier selbstverständlich, genau wie das Lächeln auf den Lippen und die auf Wunsch freundliche Wegbeschreibung (wohin auch immer) für ver(w)irrte Touristen. Übrigens stoppen die Busse nachts zwischen 22 und 5 Uhr an jeder x-beliebigen Stelle für dich.

Uber

Noch ein Transport Highlight und eine Erleichterung für Rollstuhlfahrer in New York ist UBER. Die Alternative ist ähnlich wie ein Taxi, aber definitiv günstiger. Das Besondere dabei, ihr könnt via App binnen Minuten ein WAV (Wheelchair Accessible Vehicle) bestellen. In die barrierefreien Fahrzeuge dürft ihr über eine Rampe am Kofferraum einsteigen und somit ohne Umsteigen und ggf. fremde Hilfe an den Ort eurer Wahl fahren. Ich bin ein riesen Fan und wünschte so etwas würde es in Deutschland geben.

Williamsburg, Brooklyn – WHERE TO SLEEP

McCarren Hotel & Pool

Tja, wer hätte gedacht das man Ende September noch einen Pool braucht. Wir jedenfalls nicht, doch bei über 26 Grad haben wir uns natürlich sehr über den kleinen ruhigen Innenhof mit Pool und Bar gefreut. Hotelzimmer in New York sind oft klein und dafür teuer. Unser barrierefreies Doppelzimmer war geräumiger als die anderen Zimmer. Die Einrichtung war einfach, aber zweckmäßig. Dank der großen Fensterfront zum Innenhof war das Zimmer recht hell und angenehm ruhig. In die ebenerdige Dusche im Bad wurde mir ein Duschsitz bereitgestellt, neben der Toilette gab es einen Haltegriff. Für meine Bedürfnisse ausreichend, doch sicher ist die Ausstattung noch ausbaufähig.

Das McCarren hatte ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis und obwohl kein Frühstück inkludiert war, konnte man sich jeden Morgen einen Kaffee To-Go, Bagel, Muffins oder Obst mitnehmen. Am Eingang des Hotels gibt es einige Stufen, die ich mithilfe eines kleines Hubliftes auch mit Lutzi überwinden konnte. Man konnte fußläufig vom Hotel perfekt die Nachbarschaft Williamsburg erkunden – viele Shops, Restaurant und Bars waren nur einen Katzensprung entfernt.

Williamsburg, Brooklyn – THE NEIGHBORHOOD

Wer unsere Bilder auf Instagram verfolgt hat, der kann es schon erahnen Brooklyn – genauer gesagt Williamsburg – ist mein absolutes Lieblingsviertel in New York geworden. Die Nachbarschaft ist cool und trendy, zwischen umgebauten Lagerhallen und ausgefallen (Vintage-) Shops, findet ihr immer die neuesten Essensmöglichkeiten, hippe Bars und Szenelokale. An jeder Ecke des multikulturellen Viertels verbirgt sich Streetart und ein Stück Geschichte. Alle freiheitsliebenden, kreativen und musikverliebten Einwohner New Yorks tummeln sich hier zwischen Bedford und Whyte Avenue. Zum Schlendern, Einkaufen, aber auch gerne zum Feiern. Wir haben uns zwischen die Künstler und szenebewussten New Yorker gemogelt und dabei diese Orte entdeckt:

Spread love, it´s the brooklyn way

The Notorius B.I.G.

Domino Park

Der 6 Hektar große Park zu Füßen der denkmalgeschützten Domina Zuckerfabrik eignet sich hervorragend für Spaziergänge entlang des East Side Rivers. Der Blick hinüber zur Skyline von Manhattan ist grandios. Für das leibliche Wohl sorgt der Imbiss TACOCINA, der euch mit mexikanischen Snacks & Margaritas verköstigt.

Vintage Shopping

Ich gehe im Urlaub selten shoppen, außer auf Flohmärkten oder in kleinen ausgefallenen Boutiquen. Ein Andenken für Freunde und Verwandte ist natürlich immer was Schönes. Wo ich in Brooklyn nicht widerstehen konnte, waren Awoke Vintage und Beacon´s Closet. Zwei Läden, in denen wir alle 4 fündig geworden sind (was wirklich selten ist). Für alle Mädels kann ich noch die Märkte von Artists & Fleas empfehlen, auf denen ihr zwischen Vintage & Handmade stöbern könnt.

Williamsburg, Brooklyn – WHERE TO EAT (& DRINK)

Casa Republica

Fußläufig vom Hotel entfernt, wie alles hier in Williamsburg, gibt es authentische mexikanische Küche vom Allerfeinsten. Guacamole, Tacos und Nachos zum reinknien. Wenige Außenplätze, aber auch in das Restaurant kommt ihr über eine Rampe am Seiteneingang.

Westlight

Die Cocktailbar mit riesiger Dachterrasse findet ihr im obersten Stockwerk des todschicken “The William Vale” Hotel. Die Cocktails haben ihren Preis, schmecken aber auch fantastisch. Der Blick auf die Skyline von Manhattan bei Nacht ist einfach unbezahlbar. Keine Scheu, wenn ihr vor der Tür eine lange Warteschlange seht, als Rollstuhlfahrer habt ihr hier bevorzugten Eintritt. Für “nur” Drinks, steht euch lediglich ein kleiner Teil der verglasten Aussichtsterrasse zur Verfügung. Der größere Teil steht den Gästen zur Verfügung, die für ein Dinner oder Lunch im Vorfeld reserviert haben.

The Williamsburg Hotel

Die Aussicht der Terrasse des Williamsburg Hotels ist nicht weniger schön, dafür das Ambiente der Bar etwas unförmlich und lockerer. Es gibt hier sogar einen Rooftop Pool mit Becken-Lift. Der einen bei Bedarf über den Rand ins Poolwasser gleiten lassen kann.

Shelter/Rosarito Fish Shack

Direkt neben dem Artists & Fleas Markt findet ihr das rustikale Restaurant Shelter, das aussieht wie ein Holzschuppen. Sie sind bekannt für ihre Pizza, die Mimosa war auch nicht schlecht. Durch das Nachbar Restaurant R.F.S (Rosarito Fish Shack) kommt ihr auf die rollstuhlgerechte Toilette in der Nähe der Bar. Wer Lust auf Meeresfrüchte hat, sollte sich gleich auf dieser Seite des Gebäudes, der beiden verbundenen Restaurants, niederlassen.

Five Leaves

Das entspannte Restaurant mit moderner amerikanischer Küche ist die perfekte Location für Frühstück, Lunch & Dinner. Avocado Toast, Trüffle Fries und Burger haben wir uns hier schmecken lassen. Das Lokal ist aber auch berühmt für seine Austern, leckeren Café und seine vegetarischen Gerichte und Salate. Schöner Spot, an dem man verwöhnt wird und von den sonnigen Außenplätzen kann man perfekt die vorbeiziehenden Leute beobachten.

Mama Pho

Ihr wisst es schon, wir Nudelsuppen-Kasper sind überall auf der Suche nach einer guten Pho. In dem vietnamesischen Imbiss findet ihr eine riesen Auswahl an Nudelsuppen mit allerlei Einlagen. Essen einfach To-Go einsammeln und die Suppe im Park um die Ecke genießen.

Smorgasburg

Einer der größten Open-Air Food-Märkte und unter den New Yorkern super angesagt. In dem Schlemmerparadies werden jeden Samstag allerlei Köstlichkeiten frisch für euch zubereitet. Um sich durch alle neuen Essens-Trends zu probieren, bräuchte man sicher Tage. Die Auswahl scheint echt grenzenlos. Sushi mit Wagyu, asiatische Hot Dogs, scharfe Cheese Curds, Nutella Ice, MacNCheese Sandwiches, taiwanesische Pfannkuchen, japanische Tacos, bunte Ramenburger und jede Menge andere amerikanische Klassiker neu interpretiert. Für mich kleine Specktrompete der Himmel auf Erden. Wo sonst kann man schließlich so viele internationalen Street-Food Kreationen unter freiem Himmel genießen und dabei die Skyline Manhattans bestaunen…

Bars in Williamsburg

Es gibt einen Haufen netter und alternativer Bars in Brooklyn, mit und ohne Musik, drin und/oder draußen – egal welche Straße ihr entlang schlendert, man wird überall fündig. Da sich sicher schnell ändert, was gerade hip und angesagt ist, hier eine kleine Auswahl derer, die bezahlbare Drinks in gemütlicher Atmosphäre anbieten: Bedford, Gran Torino, The Woods, Gutter & The Lot Radio.


Manhattan

Natürlich sind wir auch über den Fluss und haben Manhattan den ein oder anderen Besuch abgestattet. Zum einen, weil wir gemeinsam mit unseren Freunden, die mit uns gereist sind, ein paar Klassiker nochmal ansehen wollten. Aber auch um ein paar neue Schauplätze für uns entdecken wollten. The Vessel gab es bei unserem letzten Besuch zum Beispiel noch nicht. Aber unabhängig von irgendwelchen Neueröffnungen, es ist in New York unmöglich alles auf einmal auszukundschaften. Tatsächlich sind wir einmal zu Fuß von unserer Unterkunft in Williamsburg über die Brooklyn Bridge bis nach Manhattan gestiefelt. Da das tatsächlich eine Menge Kilometer sind und nicht jeder Zentimeter davon unbedingt sehenswert ist, empfehle ich zur Überfahrt die Fähre. Meine Tipps zu Manhattan findet ihr mit einem Klick auf in diesem Beitrag:

New York ohne Barrieren!


5 Kommentare

  1. Liebe Kim,
    was für ein wunderschöner Beitrag, der nur so vor prallem Leben strotzt! Das macht richtig Lust auf einen New York Besuch, hoffentlich können wir das bald wieder machen.
    Ich achte auch immer auf Barrierefreiheit, egal wo ich hinkomme – sozusagen ein Überbleibsel meines alten Berufs in der Baubranche.
    Viele Grüße,
    Sanne

  2. Liebe Kim,
    bisher hat mich Amerika noch nie gereizt und Städte sind allgemein nicht mein absoluter Favorit.
    Deine Reiseerlebnisse aber sind super.
    Ich finde es immer spannend, wie Du diese großartigen Tipps für alle findest, die rollstuhlgerecht tollen Urlaub genießen wollen – und so auch können. Besonders der Uber-Tipp ist super.

    Was mich ganz besonders fasziniert sind die Rooftopbars und auch die alte Zuckerfabrik. Es sind einfach deine lebhaften Erzählungen und die schönen Bilder.

    Liebe Grüße, Katja

  3. Hi Kim,
    für Rolli-Fahrer sind die USA sicher fast ein Eldorado, da kann sich Deutschland gut noch was von abschauen, wie ich auf meinen vielen Reisen dorthin immer wieder feststellen konnte.
    Von New York kenne ich tatsächlich nur Manhattan, aber es gibt halt auch so viel dort zu sehen! Aber für meinen nächsten Aufenthalt dort ins Brooklyn nun fest eingeplant!
    Liebe Grüße
    Gabriela

  4. Zu allererst muss ich ja gestehen: ich persönlich wollte nie nach Amerika, irgendwie war das nie so auf meinem Schirm, aber mein Freund möchte das unbedingt. Und ich muss sagen, mach deinem Bericht hab ich richtig Bock auf Williamsburg. Da ist meine erste Assoziation immer die Serie „Two Broke Girls“.
    Mega, dass die Busse und UBER Autos rollstuhlgerecht sind. Bin auch großer UBER Fan, aber in Deutschland ist das ja nicht so verbreitet. Gibt es die WAV überhaupt in Deutschland was das betrifft?
    Die ganzen Streetart Bilder sind auch großartig. Das sieht nach einer so lebhaften und pulsierenden Metropole aus. Und die Rooftopbar bietet ja wirklich eine grandiose Sicht!

    Danke für das Fernweh ?

    • Kim Lumelius

      Hi Michelle, Amerika ist groß 🙂 Kenne bisher nur einen Bruchteil. Aber nach New York würde ich definitiv immer wieder – das ist so eine geile Metropole – ich bin sicher ihr würdet euren Spaß haben 🙂 Die Möglichkeiten sind ja wirklich unendlich…Ein WAV hab ich bei uns in Deutschland noch nicht buchen können bisher, aber wie du schon sagst, gibt es UBER eh nur wenigen Regionen…leider. Alles Liebe Kim

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