Dortmund barrierefrei entdecken!

Dortmund mit Rollstuhl entdecken*Werbung – Für die Reise durch Nordrhein-Westfalen hatten wir eine Kooperation mit dem Tourismus NRW e.V.. In diesem Beitrag findet ihr davon unabhängig, wie immer, meine freie Meinung.

Auf unserer Reise durch Nordrhein-Westfalen hatten wir 3 größere Stopps: Waldbröl, Dortmund und Vreden. Wahrscheinlich nicht die ersten Städte, die dir im Zusammenhang mit NRW einfallen, aber für alle 3 kann ich euch gute Gründe nennen, die für einen Besuch sprechen. Nach unserem entspannten Aufenthalt im Grünen, folgt die Stadt Dortmund. Wer Dortmund hört, muss vermutlich unweigerlich an Kohle, Stahl und Bier denken?! Was mir noch gleich in den Sinn kam: Fußball natürlich. Dass die Stadt noch mehr als das zu bieten hat, durften wir bei unserer Entdeckungstour “Dortmund barrierefrei” erleben.

Dank der lieben Anja Hecker-Wolf von Stadtkernobst haben wir gleich zu Beginn unseres Besuches bei einer Stadtführung einen tollen Einblick in die traditionsreiche Geschichte über Hexenverfolgung, Lust & Laster von Dortmund, dem Wandel zur Technologiestadt und das vielfältige Kulturangebot bekommen.

Dortmund barrierefrei – Übernachten

Hotel Esplanade

Das Cityhotel im Herzen von Dortmund liegt nur wenige Gehminuten von der Fußgängerzone der Altstadt und dem Hauptbahnhof entfernt. 2 der 83 Zimmer wurden barrierefrei ausgebaut. Im Bad findet man Haltegriffe und in der ebenerdigen Dusche auf Wunsch auch einen Duschsitz. Das Zimmer gehört zur Kategorie “First-Class”, wobei ich zugeben muss, dass mir die Zimmer mit den Namen Ruhrpott, Phoenix oder Panorama noch besser gefallen hätten. Das Hotel verfügt über einen eigenen Parkplatz sowie einen Fahrstuhl. Am Eingang gibt es einen Mini-Absatz zu überwinden, in den Innenhof führt eine steile Rampe. Problematidch, aber mit Hilfe zu überwinden. Besonders lecker war das Frühstück, dass man aktuell am Abend vorher a la Carte bestellen und bei schönem Wetter im Hof genießen konnte.

Dortmund barrierefrei – Sightseeing

Stadtführung Dortmund

Ich habe es eingangs schon erwähnt: Anja Hecker-Wolf von Stadtkernobst bietet Stadtführungen und Erlebnisrundgänge aller Art: Historische & kulinarische Rundgänge, Führungen mit Biergeschichten oder den Themen Kakao & Kirche, Bunker-Touren, Segway- & Fahrradtouren und sogar Skywalks. Selbstverständlich auch Rundgänge abgestimmt auf die Bedürfnisse für Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer. Als Einheimische kennt Anja viele Geschichten, die das Ruhrgebiet ausmachen, nur zu gut. Für uns eine tolle Option, in der kurzen Zeit in der wir in Dortmund waren, einiges über die Stadt und ihre Geschichte zu erfahren. Neben der Altstadt, haben wir mit Anja noch die Gegend um den Phoenix See und das Dortmunder U besichtigt.

Dortmunder U

Das ehemalige Brauereigebäude ist heute ein Zentrum für Kunst und Kreativität. Es gibt verschiedene Ausstellungen, die Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert zeigen. Das Haus arbeitet als Kulturzentrum außerdem mit vielen anderen Kultureinrichtungen zusammen, weshalb immer wieder wechselnde Veranstaltungen, Filmprogramme, Workshops, Vorträge sowie Video- & Klangabende angeboten werden. Im U-Turm, wie das Gebäude oft genannt wird, findet ihr auch ein paar gastronomische Highlights: die Dachterrasse “The View”, Unterhaltungsgastronomie “Zum Goldenen U”, Bistro + Bar + Clubbing im “MOOG” und das Grillrestaurant “EMIL” im Gewölbekeller. Das Gebäude ist mit all seinen Angeboten barrierefrei zugänglich und verfügt über rollstuhlgerechte Toiletten.

Zeche Zollern

Für mich tatsächlich ein unerwartetes Highlight: das stillgelegte Steinkohlebergwerk im Nordwesten der Stadt. Man nennt das Westfälische Landesmuseum für Industriekultur auch “Schloss der Arbeit” und das ist in Sachen Barrierefreiheit 1a aufgestellt. Das Museumsgelände und alle dortigen Ausstellungsräume (incl. Maschinenhalle, Frachtraum, Bergstollen etc.) sowie die Ausstattung der Sanitäranlagen und das Gastronomieangebot, sind für gehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Dauerausstellung hat ein Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen, zudem werden Führungen in Gebärdensprache angeboten.

Wir durften in einem Bergstollen sogar “Unter Tage”. Das Gefühl – wohlwissend nicht tausende Meter unter der Erde zu sein – war trotzdem beklemmend, mega interessant und gleichzeitig gar nicht so leicht auszuhalten. Kaum vorzustellen unter welchen unwürdigen Bedingungen Bergarbeiter hier früher Rohstoffe gewinnen mussten.

€ = Der Eintritt für Erwachsene beträgt 5 €. Der ermäßigte Tarif (ab GdB 50) beträgt 2,50 €, Begleitperson ist frei.

Deutsches Fußballmuseum

“Das Runde muss ins Eckige” – vermutlich das Einzige was ich von Fußball weiß und dank der Sportfreunde Stiller, natürlich auch wann Deutschland bisher schon Weltmeister wurde. “54, 74, 90…”(Viel Spaß mit dem Ohrwurm :)) Dass es uns Fußball-Banausen mal ins Fußballmuseum verschlägt, hätte ich bis vor kurzem auch nicht vermutet. Umso überraschter war ich von den interaktiven Möglichkeiten und der interessanten Erlebniswelt. Zum Start des Rundgangs taucht man direkt in das Wunder von Bern. Auch der Rest der Ausstellung ist spannend und anschaulich gestaltet, sodass ich Lorenz regelrecht rausschieben musste.

€ = Der Eintritt beträgt für Erwachsene stolze 17 €. Einen ermäßigten Eintrittspreis von 10€ erhaltet ihr mit den Nachweis des Grades der Behinderung (GdB) von 70. Ein „B“ im Behindertenausweis berechtigt zum freien Eintritt für eine Begleitperson.

Ruhrhochdeutsch im Schalthaus

„Ich freue mich Sie zu sehen. Das sagen wir in unserer Branche zwar immer, jetzt aber stimmt es“, so begrüßte Jürgen Malmsheimer die Gäste im Schalthaus 101. Seit Corona auch für mich die erste Veranstaltung dieser Art mit ca. 300 Gästen. Die außergewöhnliche Location bietet ausreichend Platz und somit genügend Möglichkeit Abstand zu halten und ist diese Saison deshalb das Zuhause der Comedy- Eventreihe “Ruhrhochdeutsch” geworden. Das außergewöhnliche Ambiente, die nette Bewirtung und der wortgewandte Kabarettist haben uns einen abwechslungsreichen und vor allem witzigen Abend beschert. Der Zugang erfolgt barrierefrei durch eine ganz schmale am Eingang und zu den Sitzplätzen. Eine rollstuhlgerechte Toilette wurde auf dem Gelände ebenfalls platziert.

Dortmund barrierefrei – Essen

EMIL

Das Emil befindet sich im Gewölbekeller des Dortmunder U – hat für die wärmeren Tage auch eine begrünte Außenterrasse. Auf der Karte stehen ausgefallene, immer wechselnde Kreationen von Küchenchef Sebastian Felsing. Unter dem Motto “GRILL & MEER” findet man neben den Steak-Legenden Tomahawk, Wagyu, Rib-Eye oder Strip Loin, auch ein paar Exoten: Iberico Pluma, Maishähnchen oder Salzwiesenlamm. In der Kategorie SURF reihte sich der Wolfsbarsch neben dem Pulpo ein. Der Schwerpunkt liegt im Emil definitiv beim Fleisch. Über einen Fahrstuhl am Seiteneingang gelangt man mit Rollstuhl ebenerdig sowohl in den Gewölbekeller als auch auf die Terrasse.

Restaurants um den Phoenix See

Bei einem Spaziergang um den See haben wir uns mit “Snacks to go” von der Kaipromenade begnügt und diese unterwegs verzehrt. Da sowohl der See als auch die Häuser drumherum allesamt neu gebaut wurden, sind nahezu alle Gebäude ebenerdig zugänglich. Unweit der Kulturinsel gab es Pommes von der Frittenbude, Sushi bei Mu-Kii und zum Dessert noch ein Eis.

Restaurant Pferdestall

Auf dem Industriegelände der Zeche Zollern ist das Restaurant Pferdestall zu Hause, in dem wir uns nach dem Museumsbesuch ein Mittagessen haben schmecken lassen. Das Restaurant war einst tatsächlich der Pferdestall der Zeche, heute wird hier Deutsche Küche samt Ruhrpott-Spezialitäten serviert. Obwohl der Gastraum mit seinen hohen Decken und karierten Bodenfliesen wirklich etwas Besonderes ist, haben wir es uns auf der sonnigen Außenterrasse gemütlich gemacht.


Nach den lehrreichen Eindrücken in Dortmund, ging es nach Vreden ins Westliche Münsterland – der Blogbeitrag dazu folgt in Kürze ☺

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