Florida – the sunshine state 

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Tampa
Unsere Reise durch Florida hat in Tampa bei unserer lieben Freundin Sabine begonnen. Zusammen mit ihrem Sohn James ist Sabine schon vor über 20 Jahren nach Tampa ausgewandert. Sabine kenne ich schon seit meiner Geburt, weil sie eine der besten Freundinnen meiner Mama ist. Sie gehört quasi zur Familie und ist eine ganz herzliche und liebevolle Mama, Oma und auch Gastgeberin. 2015 waren wir schon mit der ganzen Familie zu Besuch, dieses Jahr zu Ostern haben Lorenz und ich nochmal Urlaub bei ihr verbracht. Sabine hat ein kleines Haus am Fawn Lake in Tampa, der drittgrößten Stadt Floridas. Wie viele Häuser in den kleinen Neighborhoods in Florida, besteht Sabine´s Haus aus nur einer Etage und ist daher hervorragend für Rollstuhlfahrer befahrbar. Ähnliche Häuser werden in ganz Florida auch als Ferienhäuser vermietet.
Abgesehen von Key West sind in Florida fast alle Häuser, Geschäfte und Restaurants (zumindest die, die sich auf unserer Route befanden) barrierefrei zugänglich und verfügen in aller Regel auch über rollstuhlgerechte Toiletten. Auch die Gehwege und Straßen haben abgesenkte Bordsteine. In öffentliche Gebäude, die Treppen am Eingang haben, gelangt man immer über eine Rampe. Es gibt auch überall extra große Behindertenparkplätze.

In die USA sind wir wieder mit Delta Airlines geflogen, eine Fluggesellschaft, die wir besonders gern mögen. Hier geht man sehr behutsam mit Lutzi um und die Flugbegleiterinnen sind super kompetent und freundlich. Von Frankfurt kann man sowohl nach Miami fliegen, als auch nach Tampa. Bei einem neunstündigen Flug komme ich nicht drumherum, die Bordtoilette aufzusuchen.
Da ich jetzt schon ein paar Mal gefragt wurde, wie ich das im Flugzeug mache, möchte ich das hier kurz erklären. An Bord eines Flugzeuges gibt es immer auch einen On-Board-Rolli (dein eigener wird mit dem Sperrgepäck verladen), mit dem man vom Sitz bis zur Toilette kommt. Da diese allerdings sehr klein und eng sind, kann man mit dem On-Board-Rolli leider nicht ins WC reinfahren. Darum parken wir direkt neben der Tür, meine Urlaubsbegleiter helfen mir dann beim Umsetzen. Einen Schritt kann ich mit Hilfe gehen, wer das nicht kann, müsste rein gehoben werben. Dafür braucht man einen starken Begleiter. Die Flugbegleiterinnen sind immer super nett und hilfsbereit, machen auch die Vorhänge in den Zwischengängen zu und stehen gern mal “Wache”, da man in die Toilette zu zweit bzw. das rein- und rausgehen/heben – nur bei offener Tür funktioniert/passt. Wenn möglich, versuche ich Toilettengänge zu vermeiden – auf Kurzstrecken trink ich vor und während des Fluges meistens gar nichts. Bei einer Langstrecke ist es kaum vermeidbar. Da mein Mann und ich ein eingespieltes Team sind, ist das zum Glück kein großes Problem.

Zurück zur drittgrößten Stadt Floridas, in der wir sicher gelandet sind 🙂 Tampa hat mit seinen ca. 350.000 Einwohnern etwas mehr als meine Heimatstadt Mannheim (300.000 Einwohner). Mit einer Fläche von ca. 442km² allerdings 3x so viel Fläche. Die Entfernungen von einem Stadtteil zum nächsten oder zum Supermarkt sind einfach größer, als wir das bei uns gewohnt sind. Eine halbe Stunde Fahrzeit ist für Amis nichts. Ohne Auto ist man sowieso aufgeschmissen. Einen öffentlichen Personennahverkehr sucht man vergebens. Ein Mietwagen ist Pflicht bei einem Aufenthalt in Amerika. Die sind zum Glück nicht besonders teuer hier, auch das Benzin ist günstiger als in Deutschland. Die Maßeinheit hier nennt sich Gallonen, eine Gallone entspricht ca. 3,75 Liter. Ein weiterer Unterschied zwischen den Gas Stations und unseren Tankstellen: man zahlt im Voraus. Hier stellt sich die Frage, wie viel Gallonen man ungefähr braucht. Ein vorheriger Blick ins Handbuch ist hilfreich, wenn man nicht weiß wie viel der Tank fasst, um dann anhand der Anzeige grob abschätzen zu können, wieviel benötigt wird. Danach den Preis ausrechnen und an der Kasse für den Betrag vorab Gas kaufen. Sollte man sich verschätzen stoppt der Tankvorgang und man kann sich an der Kasse das zu viel bezahlte Geld zurück holen.

 

Von unseren schönsten Ausflügen in und um Tampa herum, d.h. entlang der Westküste möchte ich euch in diesem Beitrag gerne noch berichten:

Der Riverwalk in Tampa Downtown ist ein hervorragender Ausgangspunkt um sich Tampa und einige seiner Attraktionen anzuschauen. Die 4 km lange Promenade führt am Wasser entlang und bietet eine klasse Sicht auf die Skyline der Stadt. Man kann hier einfach einen schönen Spaziergang entlang der Hillsborough Rivers machen oder eines der Museen oder einen Park anschauen, an denen man unterwegs vorbei kommt.
Nicht weit von hier entfernt liegt der Bayshore Boulevard. Man sagt der Gehweg, der 7,2 km langen Straße, sei der längste der Welt. Hier trifft man viele Jogger und Fahrradfahrer. Denke Sporty Spice würde sich hier wohlfühlen 🙂 Wir sind den Boulevard mit dem Auto entlang gefahren, bis man an dem anderen Ende auf die wunderschönen alten Villen trifft. Darunter sind echt prachtvolle Häuser mit riesigen Säulen und wunderschönen Vorgärten.

Mit Restaurant-Empfehlungen tue ich mir ein bisschen schwer. Die Esskultur der Amis ist etwas anders, als die unsere. Ich bin zum Beispiel kein Fan von Plastikgeschirr oder -bechern. Auch das nach Chlor schmeckende Eis in allen Getränken ist gewöhnungsbedürftig, aber Standard. Gut gefallen hat es uns im Bahama Breeze Island Grille, eines von Sabine´s Lieblingsrestaurants in Tampa. Das karibische Restaurant liegt direkt am Wasser und bietet einen große Außenterrasse. Nicht selbstverständlich, da die meisten Floridaner bei heißen Temperaturen gerne drinnen unter der Klimaanlage sitzen. Wir hingegen wollen immer draußen sitzen, die warmen Tage sind in Deutschland schließlich gezählt. Die Karte bietet eine große Auswahl mit gutem Preis-Leistungsverhältnis. Unsere Auswahl an Appetizern, Salat und Fisch war sehr lecker. Im Bahamas Breeze wird man außerdem mit Live-Musik unterhalten – hier kann man einen schönen Abend in lebendiger Atmosphäre verbringen. Wer möchte, darf hier auch tanzen!
http://www.bahamabreeze.com/home

Ybor City
Wer zu Besuch in Tampa ist und Lust hat auszugehen, sollte unbedingt in dem historischen Bezirk Ybor City vorbeischauen. In diesem kubanischen Viertel wird man direkt von dem spanischen Flair eingenommen. Bekannt wurde Ybor-City durch die damalige Zigarren-Produktion. Durch die gute Lage und den florierenden Hafen konnten hier auch Schiffe einlaufen, was Ybor natürlich zugute kam. Tabak aus Kuba oder anderen Ländern konnte bequem importiert werden, womit die handgerollten Zigarren veredelt wurden. Die alten Zigarren-Fabriken kann man in dem Viertel auch noch finden, produziert wird hier allerdings nicht mehr. Stattdessen findet man unzählige Bars, Clubs, Shops und Restaurants. Vor allem in den Abendstunden sollte man Ybor besuchen, hier erwachen die Straßen zum Leben und es ertönt Jazzmusik aus vielen Ecken. Besonders junge Leute ziehen hier am Wochenende um die Häuser – man kann für viele Arten von Musik Clubs und Bars finden. In viele Läden gelangt man ohne Stufen, Toiletten gibt es meistens im EG, in den alten Gebäuden findet man allerdings nicht immer eine rollstuhlgerechte Toilette. An unserem Besuch wurde der Cinco de Mayo gefeiert – eine Feier der mexikanischen Kultur, der Nahrung, der Musik, des Getränkes und der Gewohnheiten, die in Mexiko einzigartig sind.

 

Lake Lettuce
Wer auch gerne Kanu fährt und das gerne mit einem Haufen Alligatoren macht – der fährt zum Lake Lettuce – in diesem riesigen Park erlebt man auf 97ha Natur pur. Man kann hier zu Fuß über den Boardwalk gehen und dabei die Tier- und Pflanzenwelt beobachten oder man mietet für 25$ ein Kanu – was ich nur empfehlen kann. Der Name Lake Lettuce führt einen etwas in die Irre, es handelt sich nicht wirklich um einen See, das Gewässer ist nämlich direkt mit dem Hillsborough River verbunden. Bis zum Wasser führt ein kleiner Weg, am Ende muss man allerdings durch den Sand. Auf der Fahrt haben wir unzählige Alligatoren gesichtet. Meistens liegen sie am Rand und räkeln sich in der Sonne. Ab und an schwimmt auch direkt neben dir einer im Wasser, da kann man sich schon mal erschrecken, wenn keine 2 Meter von dir entfernt ein Paar Krokodilsaugen aufgehen. Uns wurde geraten, nicht zu sehr am Gebüsch entlang zu fahren, weil hier die Wasserspinnen sitzen. Im Wasser kann man auch Schlangen und Schildkröten beobachten. Am Anfang war es mir etwas unbehaglich, vor allem wegen der Alligatoren. Mit der Zeit gewöhnt man sich dran und kann die Natur richtig genießen. In den 3 Stunden, in denen wir auf dem Wasser waren, sind uns nur ein weiteres Kanu und ein Angler entgegen gekommen.

 

Busch Gardens
Da wir eigentlich nicht so große Fans von Themen- und Freizeitparks sind, haben wir Orlando auf unserer Rundreise erst gar nicht angesteuert. Da ich aber ein großer Achterbahn-Fan bin, konnte ich Lorenz überreden mit mir Busch Gardens in Tampa zu besuchen. In diesem Erlebnispark dreht sich alles um das Thema Afrika. Neben den Achterbahnen und Fahrgeschäften finden hier über 2000 exotische Tiere ihr zu Hause. Sehr beliebt ist die Serengeti Plain – eine 26 Hektar große Nachbildung der afrikanischen Landschaft, die über hunderte freilaufender Tiere, darunter Giraffen, Zebras, Breitmaulnashörner, Strauße und Antilopen beherbergt. Von Bord des Zuges Serengeti Express kann man die Tiere am besten beobachten – in einem Waggon befindet sich eine Vorrichtung extra für Rollstuhlfahrer. Das Mitfahren ist dank Rampe problemlos möglich. Wer möchte, kann sich auch einen Platz für eine Serengeti-Safari buchen – eine Tour in einem offenen Fahrzeug durch das Gelände, bei der man einige der Tiere sogar füttern kann.
Kurz nach dem wir den Park betreten haben, gab es ein heftiges Wärmegewitter – alle Fahrgeschäfte wurden geschlossen. Da wir für den Spaß exorbitante Eintrittsgelder hingeblättert haben, war ich dezent angepisst. Um uns vorm Regen zu schützen, sind wir ins nächstbeste Gebäude geflohen. Kindershow mit den Pinguinen aus Madagascar. Ich hatte mich wieder beruhigt, aber Lorenz Laune-Scala ist ins unterirdische gesunken, also schnell wieder raus um etwas zu Mittag zu essen. Und welch Glück, das Gewitter hatte sich zwischenzeitlich wieder verzogen und die ersten Fahrgeschäfte wurden in Betrieb genommen. Hoch erfreut sind wir einfach zur nächsten Achterbahn gelaufen. Sie sah auf den ersten Blick klein und unspektakulär aus. Bis Lorenz gemerkt hat, dass die 3 Loopings in der Ferne zu dieser Achterbahn gehören, hörte man schon das Klicken des Gurtes. Man muss dazu sagen, dass Lorenz Höhenangst hat und nur mir zuliebe die soften Sachen mitfährt. Nach dieser Fahrt war er allerdings kreidebleich. Das Bild spricht Bände – wir lachen heute noch darüber, wann immer wir es sehen.
Cheetah Hunt und Kumba haben mir am meisten Spaß gemacht!! Und unser Ausflug hat sich sowas von gelohnt. Achterbahn-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten.

 

St. Petersburg
Von Tampa ist es nicht weit nach Saint Petersburg – eine sehr schöne Hafenstadt, die neben den wunderschönen Stränden auch noch einiges anderes zu bieten hat. Zum Beispiel das Dali Museum, welches die größte außerhalb Europas befindliche Sammlung der Werke des Künstlers Salvador Dalí beherbergt. http://thedali.org/

Auch der botanische Garten “Sunken Gardens” ist einen Besuch wert. Klar, dass Lorenz, der Pflanzen – und Baumliebhaber, den alles Grüne magisch anzieht, hier unbedingt vorbei wollte. Der Garten ist sehr gepflegt und überschaubar. Er beherbergt eine Menge tropischer Pflanzen, aber auch Flamingos, Gecko´s, Papageien und andere Vögel. Man darf hier jetzt keine Wunder erwarten, für einen gemütlichen Spaziergang und ein Picknick auf einer der Parkbänke eignet sich diese stille Oase mitten des Wohngebietes in jedem Fall! Auf den gepflasterten Wegen lässt sich der Garten einfach mit Rollstuhl durchqueren. Und wenn du der Einladung des „Growing Stone“, einem versteinerten Kalksteinfelsen, folgst und dich hinsetzt, “wird nach der Legende jedem, der auf dem alten Stein sitzt, Ruhe, innere Harmonie und das Talent, Wachstum zu fördern, geschenkt.“ http://www.stpete.org/attractions/sunken_gardens/index.php

 

Beachguide
Besonders schön ist die Gegend um St. Pete Beach. Die kleinen Strandhäuser mit den prachtvollen Pflanzen sehen einfach traumhaft aus. Ruhig mal auf einen Spaziergang durch die Nachbarschaft laufen – lohnt sich!

Genau dort liegt einer meiner Lieblingsstrände – der Pass-a-Grille Beach. Ein feiner weißer schmaler Sandstrand mit klarem Wasser. Im Vergleich zu anderen Strandabschnitten ein recht stiller Ort zum Sonnen und Baden. Behindertenparkplätze findet man hier direkt vor dem Restaurant/Strandkiosk “Paradise Grill”.

Hier kann, wie an ganz vielen Stränden in Florida auch, kostenlos ein Beach-Rollstuhl ausgeliehen werden. Wer im Anschluss des Badevergnügens noch einen super Sonnenuntergang sehen möchte, der geht ggü. in das Hurricane Seafood Restaurant. Vielleicht nicht zwingend zum Essen, aber auf einen Drink auf die Dachterrasse, lohnt es allemal. Natürlich gibt es einen Fahrstuhl, ihr werdet mit einem super Blick auf die gesamte Strandpromenade belohnt!

 

Wer Lust auf ein bisschen Musik beim Sonnenbaden hat, der geht am besten zu “Caddies on the beach” auf Treasure Island. Hier könnt ihr zudem auch Liegestühle und Schirme mieten. http://caddysotb.com/

 

Noch größere  und mehr Attraktionen findet ihr am Clearwater Beach. Dieser ewig lange und vor allem breite pudrige Sandstrand ist wirklich super schön und eine beliebte Ferienregion. Gerade um den Pier 60 ist zum Sonnenuntergang hin, richtig was los. Gesangsaufführungen, Zaubershows und Akrobatik kann man hier am Abend bestaunen. Entlang des Beachwalks findet ihr jede Menge Boutiquen und Restaurants. Leider befinden sich die Lokale alle auf der Straßenseite, am Meer sitzen ist hier nicht. Unser Ausflug dorthin hat mir gut gefallen, grundsätzlich gefallen mir die kleineren Strandabschnitte mit weniger TamTam viel besser.

 

Wie zum Beispiel der Indian Rock Beach ebenfalls an der Westküste. Dieser Strandabschnitt ist wieder kleiner und ruhiger und liegt direkt hinter Dünen. Dahinter gibt es jede Menge Ferienhäuser und Restaurants. Zum Strand gibt es viele Eingänge. Man muss einfach nach den Rollstuhl-Schildern Ausschau halten – hier findet man spezielle Parkplätze und eine Rampe, die einen über die Dünen bringt (allerdings nicht vor bis ans Wasser).

Nach unserem Strandaufenthalt war ich unglaublich hungrig, weil eine freche Möwe mir mein Frühstück – ein selbst geschmierter Avocado-Frischkäse-Bagel- direkt aus der Hand geklaut hat. Am Strand also immer schön vorsichtig mit dem Essen, die klauen alles was nicht niet- und nagelfest ist. Jedenfalls sind wir so in den Genuss von Crabby Bill´s gekommen. Hier wird frischer lokaler Fisch serviert. Wirklich! Wir sind schon in ein paar Reiseführer-Fallen getappt und haben uns mit “catch of the day” locken lassen und wurden mit frittiertem Gummiaal auf Plastiktellern überrascht. Bei Crabby Bill´s waren wir positiv überrascht. Es war ein Mittwoch und da gibt es ein halbes Pfund peel´n´eat Shrimps für 7$, dazu noch leicht angebraten Ahi Thunfisch mit einem asiatischen Krautsalat. Genau das Richtige bei den heißen Temperaturen – es hat phantastisch geschmeckt. Drinks waren auch spitze – würde jederzeit wieder herkommen. http://www.crabbybillsirb.com/

 

Noch weniger los und mehr Natur findet ihr im Honeymoon Island State-Park. Nicht nur wegen der vielen Hollywood-Schaukeln direkt am Strand, ist das einer meiner absoluten Lieblingsorte in Florida! Er ist nicht zu überlaufen und bietet alle Annehmlichkeiten, der Eintrittspreis von 8$ für ein Auto ist wirklich angemessen. Es gibt mehrere Strandabschnitte dort, die alle über Parkplätze verfügen. An zwei Abschnitten findet ihr ein Kiosk, an denen es Snacks und kalte Getränke gibt. Wenn es mal ein Bierchen oder ähnliches sein soll, immer an eure ID denken, sonst gibt es in den USA gar nichts. Es gibt Toiletten, Duschen und einen Beach-Rollstuhl zum ausleihen. Am besten fragt ihr am Eingang, wo ihr ihn finden könnt. Davon abgesehen gibt es in diesem State Park noch einen Nature Trail. Zugegeben nicht der beste Boden für Rollstuhlfahrer, aber Lutzi und ich haben uns durchgekämpft. Hier leben Schildkröten und jede Menge Vogelarten, auch Steinadler konnten wir unterwegs beobachten.
Von Honeymoon Island startet auch die Fähre nach Caledesi Island. Die vorgelagerte Insel fand ich persönlich nicht so der Kracher, auf der Bootsfahrt wurden wir allerdings von Delfinen begleitet, dafür hat sich die Überfahrt auf jeden Fall gelohnt. Wobei man in Florida auch ohne Bootsfahrt immer wieder die Möglichkeit hat, Delfine zu entdecken.

Eine gute Übersicht und weitere Infos incl. Videos zu den Stränden rund um St. Pete/Clearwater findet ihr hier: http://www.visitstpeteclearwater.com/things-to-do/beaches
Und für besonderen Bedarf oder Hilfeleistungen findet ihr auf Visit Florida unter der Rubrik “Special Needs Travel in Florida” einige Kontaktdaten http://www.visitflorida.com/en-us/visitor-services/special-needs-travel.html

 

John´s Pass Village & Boardwalk
Wer eine Strandpause einlegen möchte, kann ich ins John´s Pass Village und Boardwalk, unweit vom Madeira Beach, vergnügen. Hier her kommt man zum Shoppen, Essen oder zum Wassersport. In dem Dorf mit Blechdächern kann man klassische Souvenirs aus Florida erstehen, Meeresfrüchte und einfache Gerichte unter freiem Himmel genießen oder einfach die Promenade entlang schlendern, immer mit Blick auf das Wasser. Hier sind auch Charterboote für Angelausflüge, Vermietstationen für Wassersportgeräte und ein Piratenschiff zu finden. In einigen Shops gibt es – für meinen Geschmack zu viel Ramsch -, in ein paar Boutiquen auch coole ausgefallene Sachen.

 

Fort de Soto Nationalpark
Ein wahres Naturparadies unweit von St. Petersburg, welches aus 5 miteinander verbundenen Inseln besteht. Neben dem kilometerlangen, flachen Sandstrand, der vor einigen Jahren schon zum besten Strand für Familien ernannt wurde, wird noch einiges mehr geboten: Man kann u.a. Kanu´s oder Kajaks leihen, um die Tidengewässer oder Mangrooven zu erkunden. Auf Fahrrädern oder sog. Surrey-Bikes (hier haben bis zu 8 Pers. Platz) kann man die gepflasterten Land-Strecken entlang fahren. Außerdem findet man hier Camping- und Grillplätze, Laufpfade, eine Festung mit vielen alten Kanonen und einem kleinem Museum, das die Geschichte des Forts und der spanisch-amerikanischen Kriege erzählt; sowie Angel- und Wassersportmöglichkeiten. Man kann hier also gut und gerne einen ganzen Tag verbringen. https://www.pinellascounty.org/park/05_Ft_DeSoto.htm

 

Fort Lauderdale
Aufgrund des ausgedehnten Kanalnetzes wird Fort Lauderdale auch als Venedig der USA bezeichnet. Die Wasserstraßen haben eine Länge von über 400 km und verbinden Hotels, private Häuser, Restaurants und Geschäfte miteinander. Es gibt viele Anlegestellen für Wassertaxi´s, die ähnlich wie Hop-On/Hop-Off Busse funktionieren. Die meisten Stationen sind allerdings nicht wirklich rollstuhlgerecht bzw. je nach Wasserstand, kann der Abstand zwischen Boot und Gehweg variieren. Am einfachsten ist ein Ein- und Ausstieg an Dock 6 (nähe des Hilton Hotels). Auch an den anderen Stationen waren die Herren, die das Boot gesteuert haben, super hilfsbereit, wodurch wir überall die Möglichkeit hatten, auszusteigen.

Fort Lauderdale bietet zudem noch 11 Kilometer an sauberen Stränden, an denen es sich wunderbar schwimmen, sonnen, surfen und ausruhen lässt.
Gewohnt haben wir in FL in dem Haus eines schwulen Pärchens, das auch Zimmer über airbnb vermietet. Es waren die saubersten und herzlichsten Gastgeber, die wir je erleben durften. Zum Frühstück wurden wir schon mit einem Cocktail am Pool begrüßt, es war ganz einfach herrlich bei Noel & seinem Mann – hier konnte man sich pudelwohl fühlen.

 

Miami
Miami Beach ist wohl einer der populärsten Reiseziele der Welt. Wobei man vielleicht wissen muss, dass Miami nicht nur aus Miami Beach besteht, wo über 7 Millionen Menschen jedes Jahr Urlaub machen. South Beach (der sog. SoBE) ist bekannt für seinen Art Deco Distrikt, seine luxuriösen Apartmenthochhäuser, dem weißen Sandstrand und der dazugehörigen Promenade, den Ocean Drive und einen extravaganten Lebensstil. Etwas mehr karibischen Flair gibt es in den Vierteln Little Havanna & Little Haiti. Ein Kontrast dazu bildet Downtown Miami, wo wir uns nur für einen Hafenspaziergang aufgehalten haben. Mir persönlich hat der Wynnwood Art District am allerbesten gefallen. Man findet hier die besten Graffiti´s und kann massig Streetart bewundern, wenn man durch das Viertel schlendert. Außerdem gibt es unzählige Galerien, Lagerhallen, Cafés und Restaurants. Die Bar “Wood Tavern” kann ich unbedingt empfehlen. Tolle Atmosphäre mit großem Outdoor-Bereich, Food-Truck und guten Drinks. Sehr urban, man trifft viele einheimische Künstler.

Die zwei Tage, die wir in Miami verbracht hatten, haben mir genügt. Wer Spaß und Unterhaltung sucht oder gar Sport treiben will, ist am SoBe goldrichtig.
Männer und Frauen zeigen hier (spärlich bekleidet) gerne was sie haben. Nach dem Motto “gesehen und gesehen werden” laufen oder fahren hier die Muskelprotze mit ihren Barbies den Ocean Drive entlang. Ein Restaurant in der bekanntesten Straße Miamis kann ich nicht wirklich empfehlen, zum Leute beobachten ist es natürlich perfekt. Der lange weiße Sandstrand ist sauber und schön. Genau wie in meiner Vorstellung, trefft ihr hier auf Rettungsschwimmer, die vor ihren pastellfarbenen Strandhäusern Wache halten. Auf eine Szenerie a la Baywatch, wo sie mit ihren Astralkörpern den Strand entlang rennen, mussten wir vergeblich warten, wobei ich natürlich froh bin, solange kein wirklicher Rettungseinsatz notwendig ist. Es war cool, aber auch teuer in Miami.

 

Airboat-Tour Everglades
Nicht weit entfernt von Miami befinden sich die Everglades, eine riesiges Naturschutz- und Sumpfgebiet. Hunderte Fisch- und Vogelarten sind hier heimisch, ebenso der Alligator. Einheimische nennen das Gebiet “Fluss aus Gras”. Nach circa 45 Minuten Autofahrt ändern sich die Umgebung und die Natur schlagartig. Von modernen Hochhäusern und Shopping-Malls ist nichts mehr zu sehen. Am Wegesrand liegen schon einige Alligatoren und sonnen sich. Werbeplakate zeigen den Weg zu den verschiedenen Tour-Anbietern.
Wir wollten eine Airboat-Tour durch die Everglades machen. Es macht richtig Spaß mit einem Propellerboot durch das Sumpfgebiet zu heizen. Besonders viele Wassertiere kann man dabei nicht bestaunen, was in Anbetracht des Lärms und der Masse der Boote nicht wirklich verwunderlich ist. Ein paar Alligatoren und Vögel konnten wir bei unserer Fahrt aber dennoch sehen. Wirklich rollstuhlgerecht sind die Propellerboote nicht, es war aber nicht allzu schwer auf das kleine Boot zu gelangen. Lutzi haben wir direkt am Holzsteg geparkt. Das Boot hielt auf gleicher Höhe, sodass ich vom Steg direkt auf den Sitz gleiten konnte. Auf dem Gelände der Anbieter kann man dann noch weitere Tiere anschauen, in freier Wildbahn gefallen sie uns besser. Je weniger man sie dabei stört, desto besser. Eine ruhige Kanutour auf einem See würden wir solch einer Tour immer bevorzugen!

 

Fairchild Tropical Botanic Garden
Wer es gerne grün mag, ist in diesem Botanischen Garten in der Gemeinde Coral Gables genau richtig. Eine große und gepflegte Parkanlage mit ebenen Wegen. Es gibt einen großen See, verschiedene Palmengärten, einen Orchideengarten und ein wunderschönes Schmetterlingshaus. Leguane, Reiher und Schildkröten haben unseren Weg gekreuzt. Mehr zu der Oase der Ruhe und ihrer tropischen Pflanzen findet ihr hier http://www.fairchildgarden.org/

Florida war unglaublich facettenreich und bietet eine wahnsinnige Natur. Wen man mit unendlich langen Stränden und viel Sonne glücklich machen kann, ist hier auf jeden Fall goldrichtig. Klar, bei den Amis ist alles etwas größer und bunter. Wer sich allerdings von den All-you-can-eat-Buffets fern hält, den Coupon-Jägern aus dem Weg geht und nicht den Reiseführer-Empfehlungen folgt, kann richtig traumhafte Plätze finden.

Von unsere Mini-Cruise, die wir von Miami Richtung Bahamas angesteuert haben, möchte ich euch in meinem nächsten Post erzählen.

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