Inselhopping – auf nach Gili T!

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Von Bali ging es weiter Richtung Gili Trawangan – die größte von den drei Gili Inseln. Sie liegen im Meer direkt vor Lombok, der kleinen Schwester von Bali.
Vor allem wegen des türkisblauen Wassers, den lässigen Bars, der Schildkröten und den vielen kleinen Homestays kommen viele Backpacker zum Schnorcheln und Entspannen auf die Insel im indischen Ozean.

 

Transfer – via Speedboat
Mit dem Speedboat von Padang Bai (Bali) erreicht man die Gilis in 1 ½ Stunden. Über Gili Getaway haben wir unseren Transfer im Vorfeld gebucht und mit Kreditkarte bezahlt. Den Rollstuhl angemeldet haben wir vorab per Email. Eine Bestätigung, dass das kein Problem sei, kam direkt. Ich würde jetzt keinen Bericht über Gili T schreiben, wenn ich es nicht dorthin geschafft hätte, so viel ist klar. War nur nicht ganz so einfach. In Padang Bai gibt es noch einen Steg, über den man recht einfach hinten ins Boot einsteigen kann. Bei der Ankunft auf den Gili Inseln strandet man mit dem Bug direkt auf dem Sand. Da die schmale Treppe nach unten keine Option war, wurde ich einfach seitlich vom Boot runtergelassen. Zwei Menschen haben mich oben gehalten, zwei andere haben mich von unten aufgefangen. Das muss so bescheuert ausgesehen haben, incl. Schlüpferblitzer (meine unpraktische Kleiderwahl dürfte mittlerweile bekannt sein), dass es schon wieder lustig war. Lutzi und ich sind jedenfalls unversehrt auf Gili T angekommen.

 

Und ich muss leider gestehen, dass wir uns bei der Ankunft für unsere Koffer ein “Pferdekutschen-Taxi” gegönnt haben. Auf den Gili Inseln gibt es nämlich keine Autos und somit auch keinen Straßenlärm – im Vergleich zu dem sehr turbulenten Treiben auf den Straßen von Bali, eine sehr willkommene Abwechslung. Man kann hier ohnehin alles zu Fuß erreichen, alternativ ein Fahrrad leihen. Aus Tierschutzgründen sollte man auf die Fahrt mit den Pferdekutschen lieber verzichten, zumal die Wege nie allzu weit sind. Meine Beichte dazu habe ich bereits abgelegt. Traurig, was man über die Behandlung der Tiere dort hören muss.
Da wir beim ersten Mal noch unsicher über die Entfernung zur Unterkunft waren und den Bodenbelag nicht einschätzen konnten, sind wir unserem Koffertaxi nachgestiefelt und nach wenigen Minuten bei unserer Unterkunft Rumah Cahaya angekommen.

Island Home – Rumah Cahaya
Das kleine Bed & Breakfast haben wir über Airbnb gebucht – für 30€ das Zimmer pro Nacht für 2 Personen incl. Frühstück. In einem ruhigen Teil im Norden von Gili T, umgeben von lokalen Warungs und einem richtig grün bepflanzten Garten, nur 120 Meter vom türkisfarbenen Meer, liegt die kleine Bungalow Anlage mit einer Hand voll Zimmern.
Man wohnt im inseltypischen Lumbung Stil mit schönem Blick in den Garten in einer ganz entspannten und friedlichen Atmosphäre, weit genug entfernt vom turbulenten Hafen, wo es auch mal lauter werden kann. Die “Frangipani Suite” ist das Doppelzimmer im EG mit nur einer Stufe am Eingang. Sehr geräumig, einfach eingerichtet und sauber. Im Bad gibt es eine barrierefreie Dusche. Einen Gartenstuhl durften wir zum Duschstuhl umfunktionieren 😉 Zum Frühstück gab es hausgemachte Pancakes (wahlweise auch andere Eierspeisen) und eine gemischte Obstplatte – immer frisch zubereitet und auf der eigenen Terrasse serviert. Mein Favorit: Banana-Pancakes! Unsere Gastgeber Lisa und Marco haben mittlerweile noch mehr Zimmer im EG, bei Bedarf schreibt sie doch einfach direkt an und fragt nach der Buddha oder Lotus Suite.
Mal abgesehen von den riesigen achtbeinigen Besuchern, die uns eines Nachts heimgesucht haben – haben wir uns sehr wohl gefühlt! Wobei das auch nur indirekt was mit der Unterkunft zu tun hat, wir sind ihnen auf der Reise öfter begegnet. Jetzt muss man gleich vorwegnehmen, dass ich ultra der Spinnenphobiker bin und sich bei mir schon beim bloßen Gedanken an dieses Tier die Nackenhaare aufstellen. Bei uns zu Hause sorgt sich Lorenz um alles was kreucht und fleucht und setzt alle Lebewesen immer schön auf die Terrasse oder wieder in die Natur aus. Bei dieser tellergroßen Riesen-Tarantel stand sogar unseren Männern der Angstschweiß auf der Stirn. Unser Zimmer wollte sie leider nicht mehr verlassen und ist munter darin rumgehupst und gerannt, bis sie Lorenz´ Skateboard und Terry Pratchet´s Scheibenwelten zum Opfer fiel. Ich möchte euch keine Angst machen, aber ihr könnt euch merken: Wo eine Riesespinne ist, ist auch eine Zweite. Mehr will ich von unserer Großwildjagd gar nicht erzählen. Angeblich sieht man sie auf der Insel äußerst selten, dennoch wappnet euch oder seid am besten nicht so Schisser wie wir – denn wir wissen, dass unser aller Karma-Konto an diesem Tag wohl keine Pluspunkte gesammelt hat.
Davon abgesehen ist das mit dem Strom auf Gili so eine Sache, der kommt und geht vor allem wie er möchte. Leider hat es mir das Ladegerät von Lutzi in der vorletzten Nacht so zerscheppert, dass ich anschließend leider nicht mehr ganz so mobil war. Wettrennen konnte ich jetzt keine mehr bestreiten, meine Kilometer waren gezählt 😉 Es war zum Glück so ziemlich das Ende der Reise. Man kann Lutzi auch schieben, aufgrund der elektrisch betriebenen Räder ist das aber um einiges schwerer, als bei den manuellen Rollstühlen. Vor allem bei Nacht und nach dem Regen war es schwierig vorwärts zu kommen, weil man den Boden und die mit Wasser gefüllten Schlaglöcher so schlecht voraussehen konnte. Deshalb mussten wir tatsächlich noch einmal auf die Kutsche zurückgreifen, am Tag war die Sonnenliege dann mein zu Hause und das Paddelboot mein Transportmittel.
Wenn der Strom ausfällt, streikt auch die Klimaanlage, sehr zum Leidwesen unserer Freunde, die in der oberen Etage geschlafen haben. Wobei schlafen unter diesen Umständen zumindest nicht ganz so einfach war. Auch Verschlafen ist auf Gili T äußert schwierig, um 5 Uhr morgens schreit nämlich der Muezzin vom Minarett und kurz danach krächzen ein dutzend Hähne um die Wette. Mich bringt so etwas nicht aus der Ruhe, zumal ich gerne früh aufstehe und dann bei Bedarf einfach einen Mittags-Nap am Strand einlege.

 

Gili T hat im Übrigen circa 1800 Einwohner, vorwiegend Moslems aus Lombok. In knapp zwei Stunden kann man das Inselchen zu Fuß umrunden. Nur damit ihr eine ungefähre Vorstellung davon habt, wie klein sie tatsächlich ist. Wir haben uns mit Lutzi auch auf den Weg gemacht – bis auf ein kleines sandiges Wegstück im Nordosten hätte es auch fast komplett geklappt. Von unserer Unterkunft sind wir meistens die Ostküste Richtung Süden entlang gelaufen und dann zur Westküste, der eher ruhigeren Seite. Der Boden ist an wenigen Stellen gepflastert, aber fast überall so fest und nur mit wenig Sand bedeckt, dass es kein Problem ist mit Lutzi dort entlang zu fahren. Unterwegs kommt man an ganz vielen Bars, Cafés und jeder Menge Schnorchel- oder Tauchschulen vorbei.

 

Im Meer
Die Unterwasserwelt rund um die Gili Inseln kann sich glaube ich sehen lassen, man findet überall schöne Korallen und farbenfrohe Fische, mit etwas Glück auch frei lebende Schildkröten. So schöne Orte sind natürlich bei Schnorchlern und Tauchern äußerst beliebt, deshalb wird man auch abgestorbenen Korallen begegnen. Nicht jeder einzelne Meter im Meer ist das Unterwasserparadies. Dennoch bietet die Unterwasserwelt immer wieder schöne Anblicke, die dich verzaubern.
Brille, Schnorchel und Flossen kannst du auf der Insel einfach ausleihen oder dich aber bei einer Tour mit lokalen Guides auf die Suche nach Nemo begeben. Die meisten Schnorchel-Touren machen mindestens einen Stopp auf einer anderen Gili Insel. Wir sind mit einem geliehenen Paddelboot und Taucherbrille auf eigene Faust rüber nach Gili Meno geschippert. Kann ich nur empfehlen!
Auf Gili T könnt ihr natürlich noch unzählige andere Wassersportarten oder Aktivitäten unternehmen; von Stand-Up-Paddling, über Yoga, bis hin zum Ausritt mit Pferden in den  Sonnenuntergang.

 

 

Favorite Places
Ansonsten haben wir auf Gili T einfach volle Kanne entspannt. Es gibt unzählige Strandabschnitte, mit oder ohne angrenzenden Cafés oder Bars, mal mit oder ohne Musik und an wenigen Stellen kann man sogar Strandliegen leihen oder sie sind mit einem Mindestverzehr verbunden. Einer unserer Lieblingsplätze KU DA BAR des Trawangan Resorts– ein wunderschönes Plätzchen am Strand, bei Bedarf auch unter Bäumen, die Schatten spenden und damit den allerbesten Leseplatz der Insel für mich ergaben. Essen & Trinken ist dort ebenfalls sehr gut – es ist ja selbstredend, dass es auf den Gilis keine Sterneküche gibt, daher darf man überwiegend einfache & leckere Gerichte mit frischen Zutaten erwarten.

 

Genauso bei Casa Vintage Beach – hier gibt es homemade caribbean food & drinks. Ebenfalls abseits von der Partymeile kommt man hierher für eine idyllische sonnig-salzige Auszeit – ein perfekter Ort zum Sonnenbaden, für ein Hängematten-Nickerchen, ein Picknick im Sand, um süße Vintage-Klamotten zu shoppen oder einfach zum Kokosnuss  schlürfen. Casa Vintage ist ganz hell & mit viel Liebe zum Detail hergerichtet – kann mir niemanden vorstellen, dem dieser Ort nicht gefallen könnte.

 

Der Osten der Insel ist um einiges lauter und turbulenter als die Westküste. Nicht nur jeden Abend zum Sonnenuntergang hat es uns einfach immer dorthin gezogen – bevorzugt in die einfache rustikale Beachbar THE EXILE . Von unserer Unterkunft ca. 20 min zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einer Pferdekutsche geht es natürlich schneller zu dem kleinen Fleckchen Paradies 😉 Hier gibt es frisch gepresste Säfte, Cocktails, eiskaltes Bier, aber auch indonesische und westlich angehauchte Gerichte. Auf bunten Sitzsäcken, Schaukeln oder Hängematten kann man richtig gut relaxen und dem Meeresrauschen lauschen. Zum Sonnenuntergang spielen Einheimische auf Trommeln und wer möchte, kann sich zum Tanzen oder Hula Hoop bereit machen 😉 Ein super entspannter Ort zum Wohlfühlen & vor allem zum Sonnenuntergang muss man meiner Meinung mal dort gewesen sein! The Exile vermietet auch Zimmer oder Bungalows – genaueres dazu findet ihr auf der Homepage, wir können nur die Bar empfehlen.

 

Für Schleckermäulchen – Nightmarket
Jeden Abend bei Einbruch der Dunkelheit findet auf Gili Trawangan der Nachtmarkt statt – dort gibt es allerhand zum Schlemmen, vor allem indonesische, westliche und mexikanisch angehauchte Küche – hier ist wirklich für Jedermann etwas dabei. Auf dem großen Platz direkt gegenüber der Boots-Anlegestellen bauen Locals ihre Straßenstände auf. Hier kann man sich recht preiswert einmal Querbeet durchfuttern. Das leckere Seafood hat es uns am meisten angetan. Zudem sehr beliebt und an fast allen Ständen zu haben: Nasi Campur – eine Portion weißer Reis, den du mit beliebig vielen Beilagen wie Fleisch, Gemüse, Tofu, Nüssen oder gebratenen Eiern verfeinern kannst. Zum Dessert gibt es eine große Auswahl an selbstgebackenen Törtchen, Muffins und Kuchen.

 

Unsere kleine Auszeit in eine andere Welt fanden wir auf Gili T wirklich schön! Wir waren in der Nebensaison vor Ort und haben uns immer die idyllischsten Plätzchen rausgesucht. Das Paradies sieht für mich anders aus, was uns aber gefallen hat, war das relaxte Lebensgefühl, das auf Trawangan herrscht. Es verleiht der Insel ein besonderes Flair. Man kann sich super erholen, aber wenn einem danach ist, auch mal im Sand tanzen – die Strandpartys sind nie allzu weit entfernt!
Es herrscht eine jugendliche Unbeschwertheit. Das Leben ist einfach und die Leute brauchen nicht viel, um glücklich zu sein. Eine ganz gute Mischung, wie ich finde – das Ambiente stimmt einfach. Wer auf ganz, ganz ruhigen Liebesmogli-Urlaub zu zweit steht, ist vermutlich auf den Schwesterinseln Gili Meno oder Gili Air besser aufgehoben.
Macht euch am besten selbst ein Bild und erlebt das entspannte Insel-Leben vor Ort. Egal wo ihr seid oder noch hinreist, wünsche ich eine wunderbare Zeit.

 

 

Do: Beach Clean Up
Es ist für uns selbstverständlich, dass wir keinen Müll in der Natur liegen lassen oder gar ins Meer schmeißen. Auf unserer Reise innerhalb Indonesiens ist uns leider sehr viel Dreck begegnet, was mitunter eine Insel gar nicht mehr so paradiesisch aussehen lässt, von weiteren fatalen Folgen mal ganz abgesehen. Wenn Du Lust hast, besuch doch mal die Trash Heroes. Eine großartige Community, die dich vielleicht auch mal für ein Beach Clean Up begeistern kann. Aber nicht nur sie, sondern auch Bewohner der Insel oder spontane Aufräumaktionen der Tauchschulen tragen einen großen Teil dazu bei, dass die Strände recht sauber sind, obwohl so einiger Plastikmüll auch vom Festland angespült wird.

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2 Kommentare auf "Inselhopping – auf nach Gili T!"

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CHARLOTTE Holmes
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