„Glamping“ am Zürichsee

Zwei Jahre nach unserer Hochzeit haben wir nun endlich unseren “Glamping-Gutschein” eingelöst. Unsere herzigen Freunde Mü & Thomas haben uns zu sich an den Zürichsee eingeladen und dort haben wir es uns in einem Safari-Zelt gemütlich gemacht.

Was ist Glamping überhaupt?

Ich bin mir nicht sicher, ob der Begriff “Glamping” schon jedem bekannt ist, darum noch eine kleine Erklärung wie er sich zusammensetzt. Glamping ist eine Wortzusammensetzung aus GLAMorous und camPING. Das Verb dazu heißt „glampen“ = glamourös campen. Hier wird ein bisschen Luxus, Natur und Außergewöhnliches vereint. Glamping ist mittlerweile in unzähligen Varianten überall auf der Welt möglich. Für mich persönlich klingt es nach einem hervorragenden Mix und ich bin schon gespannt auf die erste Übernachtung dieser Art. Die Unterkünfte sind zwar nichts anderes als Zelte, doch die Ausstattung der Glamping-Unterkünfte hat nicht mehr so viel mit gewöhnlichem Campingurlaub gemeinsam. Die Glamping-Zelte sind meist mit komfortablen Betten,  antiken Möbeln, Teppichböden und sonstigem Schnickschnack ausgestattet. In seltenen Fällen verfügen sie sogar über eine Sauna, ein Badezimmer oder einen Kaminofen.

Glamping scheint mir ein gar nicht so neuer Trend in der Camping-Branche zu sein, für uns ist es aber das allererste Mal.

Anreise mit dem Auto

Von Mannheim haben wir uns also mit dem Auto auf den Weg ins ca. 330 km entfernte Zürich gemacht – Vignette nicht vergessen, wenn ihr über die Autobahn oder Schnellstraße fahren wollt. Sie gilt immer für 14 Monate (01.12.JJ -31.01.JJ) und kann im Vorfeld einer Reise in die Schweiz z.B. beim ADAC für ca. 35 € erworben werden oder an anderen Verkaufsstellen auf der Autobahn kurz vor der Grenze.

Glamping bei Fischer´s Fritz

Unser Ziel: Fischer´s Fritz, das etwas andere Ferienerlebnis, direkt am Zürichsee. Zum Übernachten könnt ihr euch hier nämlich zwischen Caravan, Wohnmobil, Cottage, Schwebezelt, selbst mitgebrachtem Zelt oder eben, wie wir, einem Safari-Zelt entscheiden. Das ganze Jahr über kann man hier auf einer saftig grünen Wiese, vor einer wunderschönen Kulisse, kleine Abenteuer in der freien Natur erleben. Das Camping-Idyll befindet sich in dem ruhigen Stadtteil Wollishofen, mit dem Bus ist man aber ruckzuck auch in der City.

Unser Safari-Zelt Nummer 5, direkt an der Seeseite verwurzelt, war mit einem Doppelbett, Nachttisch, Teppichen, Mini-Tisch & Stühlen, Kissen und Decken ausgestattet. Champagner & Gläser gibt es auch zum Zelt, den darf man sich eisgekühlt im Tante-Emma-Laden auf dem Grundstück abholen. In dem “Lädeli” gibt es sogar fangfrischen Fisch vom hauseigenen Fischer Adrian, Gemüse & Obst vom Bauernhof Stockengut, eine gute Auswahl von frisch gebackenen Leckereien und jede Menge Getränke und anderem Krimskrams.

Direkt hinter dem Lädeli findet ihr die Sanitär-Anlagen. Für Rollstuhlfahrer gibt es eine extra behindertengerechte Toilette incl. begehbarer Dusche mit Sitz. Nur mit einem Euroschlüssel kann man sie öffnen, wir hatten sie während unserem Aufenthalt ganz für uns alleine.

Fischer´s Fritz – Beiz

Zu Fischer´s Fritz gehört auch noch eine ganz nette Beiz, so nennen die Schweizer eine Kneipe oder ein Wirtshaus. Die Beiz vom Fischer´s Fritz liegt natürlich auch direkt am See und bietet jede Menge Außensitzplätze auf einer schönen Terrasse, die ein bisschen an ein französisches Landhaus mit einem Touch Sylt erinnert. Wir haben uns bei herrlicher Aussicht ein paar mega leckere Fisch-Knusperli mit Sauce Tartar gegönnt. Müsst ihr unbedingt probieren, wenn ihr mal in Zürich seid. Die Knusperlis gehören hier zum guten Ton und bekommt ihr überall rund um den See.

“Schmeckt nach Sommer, Lido & Ferienstimmung”.

In der Umgebung

Beim Camping im Fischer´s Fritz kann man nicht nur die vorbeifahrenden Boote zählen, die Sport und Freizeitangebote in der Gegend sind wirklich vielseitig. Direkt auf dem Campingplatz bietet die “Wakeboard Academy” eine Palette an Sportmöglichkeiten, vom Trampolin über Beachvolley bis hin zu Stand-Up-Paddling. Jetzt bin ich ja nicht die allergrößte Sportskanone, aber eine Wasserratte bin ich auf jeden Fall. Wir konnten zwar aus dem Zelt quasi direkt in den Zürichsee purzeln, allerdings nur über ein paar kleine Stufen. Etwas einfacher hat man es in dem barrierefreien Strandbad Mythenquai (samt rollstuhlgerechter Umkleide etc.). Einfach immer die Seestraße entlang, zu Fuß, gerollt oder mit dem Bus seid ihr in wenigen Minuten dort.  Anschließend empfehle ich das Seebad Enge (perfekt für einen Sundowner-Drink & leichte Sommerküche, kostet abends auch keinen Eintritt mehr).

Zürich ist mit einer stolzen Bäderdichte gesegnet, davon abgesehen aber noch mit jeder Menge schöner See- und Flusslandschaften. Eine kleine Übersicht über die rollstuhlgängigen Bäder mit nützlichen Informationen zu den Umkleiden oder dem Einstieg findet ihr online unter stadt-zuerich.ch.

Ebenfalls unweit von Fischer´s Fritz thront die Rote Fabrik direkt am Wasser; eines der größten Kulturzentren in Europa, hier vereint sich gute Musik, Alternativkultur & lässiges Publikum. Programm wechselt täglich, könnt ihr euch online vorher ein Bild machen.

Restaurant Wöschi

Über den Cassiopeia-Steg, der direkt über den Zürichsee schwebt, erreicht man das Restaurant Wöschi. Unser Restaurant Tipp mit prächtigem Seeblick. Dank bodentiefer Fenster hat man den sogar von innen. Und dank Rampe und Fahrstuhl ist das Restaurant total barrierefrei und das Personal ist hier echt mega freundlich. In dem rustikalen, aber modernen Ambiente kann man sich sehr wohlfühlen. Hier gibt´s unkomplizierte und gute Mittagsgerichte, fast durchgehend eine Bistro-Karte (Es lebe die Apero-Kultur 😀) und Abends noch ein paar mehr besondere Schmankerl.

Weitere Tipps zu Zürich City findet ihr bei „Zürich – meine TOP 5“, hier wollt ich euch zunächst einen kleinen Einblick in unsere erste Glamping-Experience geben und zeigen, was man fußläufig von hier noch erreichen kann. Es hat uns super gut am Zürichsee gefallen und ich bin richtig auf den “Zelt-Geschmack” gekommen. Vor allem ist es für mich dank dem Bett im Safari-Zelt um einiges leichter wieder aufzustehen. Lieg ich nämlich erst mal auf dem Boden, bin ich echt mit einem zappelnden Käfer zu vergleichen, der auf dem Rücken liegt und vergeblich vor sich hin strampelt. Im Safari-Zelt war das wesentlich leichter.

Mehr als komfortables Zelten

Hinzu kommt, dass man dank dem großzügigen Innenraum genug Platz hatte, den Rollstuhl drinnen zu parken und somit keine Angst haben braucht, dass er nass (oder gar geklaut) wird. Auf dem Zeltplatz konnte man mit dem Rollstuhl davon abgesehen auch sehr gut vorankommen. Die Wege waren hauptsächlich gepflastert, nur an wenigen Stellen gab es Kies und die Wiese war auch recht fest und deshalb gut befahrbar. Die ganze Atmosphäre auf dem Gelände war herrlich entspannt, rund um das Lädeli kam man immer wieder mit anderen Gästen ins Plauschen. Würde ich jederzeit wieder machen.

Vielleicht hat von euch jemand schon Erfahrung beim Glamping gesammelt und kann uns das ein oder andere lauschige Plätzchen empfehlen?


Nach dem Glamping ging es für uns weiter an den Vierwaldstättersee!

18 Kommentare

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