Stopover in Bangkok!

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Unsere Reise nach Thailand liegt schon ein Weilchen zurück, ist es aber unbedingt wert, dass ich dennoch davon erzähle. Thailand nennt man auch das Land des Lächelns und seit wir dort waren, weiß ich auch warum. Wir wurden tatsächlich überall ganz herzlich und lächelnd empfangen, wir haben ausschließlich freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt. Was die Barrierefreiheit betrifft gibt es hier sicherlich noch einiges zu verbessern, dennoch haben Lutzi und ich es auf jedes Boot, Bus oder TukTuk geschafft – ohne die helfenden Hände der Thailänder wäre es sicher nicht immer so reibungslos abgelaufen.
Das TukTuk war übrigens unser liebstes Transportmittel. Mir hat es einen Heidenspaß gemacht damit durch die Stadt zu heizen – auch wenn der Fahrer denkt, er sei Kimi Räikkönen und man besser nicht so auf den dichten Straßenverkehr achtet. Festhalten ist hier angesagt! Gurte gibt es nämlich keine. Wir haben zu zweit mit Rollstuhl in die Kabine (neben dem Fahrer) gepasst, auch wenn es mit zusammengeklappten Rollstuhl knackig eng war. Im Vorfeld der Fahrt wird der Preis ausgehandelt – man darf sich nicht scheuen ein anderes TukTuk auszuwählen, wenn man Wucherpreise angedreht bekommt.

Stopover in Bangkok

Dreh- und Angelpunkt bei einer Reise nach Thailand ist Bangkok. In der Hauptstadt leben über 8 Millionen Menschen. Auch wir haben ein Stopover in der Stadt der Engel (das bedeutet Bangkok übersetzt) eingelegt. Der erste Eindruck war laut, heiß und stickig – auf der anderen Seite fasziniert einen der Trubel und die über 400 Tempel und Paläste lassen einen sprachlos werden.
Es ist natürlich unmöglich alle Sehenswürdigkeiten oder Tempelanlagen anzuschauen, darum muss man sich entscheiden. Wir haben automatisch die Klassiker darunter angesteuert, nämlich den Wat Arun, den Wat Pho und den Wat Phra Kaeo. Sie liegen nicht weit voneinander entfernt und können prima an einem Tag angeschaut werden. Ein Wat ist in den buddhistischen Ländern wie Laos, Kambodscha und Thailand ein von einer Mauer umgebener Gebäudekomplex, der hauptsächlich religiösen Zwecken dient. Es gibt noch ein paar weitere, die anscheinend zu den Must-Sees gehören, wir waren nach diesen Besichtigungen allerdings genug beeindruckt und fasziniert, dass wir kaum mehr hätten aufnehmen können. Mit ganz viel Liebe zum Detail ist jede Tempelanlage gebaut, geschmückt und gepflegt. Mit dem Rollstuhl ist eine Besichtigung überhaupt kein Problem. Die Höfe sind sowieso ebenerdig befahrbar, um in die einzelnen Tempel hineinzuschauen, muss man hin und wieder 1-3 Stufen überwinden – mit dem Rollstuhl wurde uns gleich Hilfe angeboten.
Im Zentrum der Anlage des Königspalastes liegt der Wat Phra Kaeo – einer der bedeutendste Tempel Thailands, denn in ihm befindet sich die berühmte Smaragd Buddha Statue. In der riesigen Anlage gibt es noch viele prunkvolle Statuen zu bestaunen – währenddessen verfliegt die Zeit, ein paar Stunden kann man hier schon einplanen. Im Zentralen Hof ist besonders der Chakri Maha Prasat sehr beeindruckend und ein beliebtes Fotomotiv.
Nicht weniger beeindruckend und ganz in der Nähe des Königspalastes, mitten in der Altstadt von Bangkok, befindet sich der Wat Pho mit seinem berühmten liegenden Buddha. Mit seinen 45 Metern ist er das Highlight der Tempelanlage, aber auch die restliche Anlage ist nicht zu verachten. Bei Sonnenschein und entsprechender asiatischer, traditioneller Musik echt traumhaft. Nur die Schweißperlen, die mir die Stirn runter laufen bis in die Poporitze, sind nicht ganz so himmlisch. Ich reise ja total gerne und bevorzugt in warme Länder, aber so ein feuchtwarmes Klima, wie das Bangkok, durfte ich zum ersten Mal erleben. Lorenz ist resistent gegen solch tropisches Klima, ich bin einfach nur weggeschmolzen. ?

Es hat uns deshalb Richtung Wasser gezogen – eine Bootsfahrt mit etwas Fahrtwind schien mir das richtige Programm. Auch wenn ich im Vorfeld viel schlechtes über die Klong-Touren gelesen hatte, wollte ich mich gerne selbst in einem Longtail-Boot auf dem Chao Phraya River sitzen sehen. Schon allein der Einstieg mit Lutzi und mir war leicht abenteuerlich, schlussendlich saß ich aber sicher in der Mitte eines schönes Holzbootes. Wenn man kein Problem hat mit 6 Händen an Board “geschmissen” zu werden, kann man ein Longtail-Boot wählen, ansonsten empfehle ich für Rollstuhlfahrer mit eingeschränkter Mobilität wirklich ein größeres Boot, auf das man sicher leichter kommt. Das Wasser auf diesem Fluss ist nicht gerade still, die wackelige Angelegenheit darf man nicht unterschätzen.
Wir hatten eine ganz private Tour in gemütlicher Atmosphäre. Auf dem Weg durch die bunten Kanäle hat mir besonders gut gefallen zu sehen, wie das Leben und die Häuser mitten auf dem Fluss aussehen. Man bekommt einen kleinen Eindruck davon wie die Einheimischen leben. Man sieht mitunter kleine Boote mit Marktfrauen, die auf Kunden warten, um ihre Souvenirs anzupreisen. Auch wir haben bei einer diesen Damen gehalten – ob man ein Souvenir kauft oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Auf der Fahrt kommt man an weiteren schönen Tempeln vorbei, die direkt am Klong gebaut wurden. Zwischendurch kann man auch den einen oder anderen Waran sehen, der in der Sonne liegt. Wir kamen auch an jeder Menge Riesen-Fische vorbei, die im Bereich des Tempels gefüttert werden. Es gibt so viele davon, weil sie dort auch aus Glaubensgründen angeblich nicht gefischt werden dürfen.

Von der Flussmitte aus sieht man zum Abschluss noch einen der schönsten Tempel, den Wat Arun. Den Tempel der Morgenröte haben wir lediglich vom Wasser aus gesehen – besichtigt haben wir ihn nicht.

 

Unser Hotel Siam@Siam

Bevor das Abendprogramm starten sollte, ging es nochmal ins Hotel zum Frisch machen. Unser Hotel hieß Siam@Siam und war komplett barrierefrei zugänglich. Ein wirklich schickes Design-Hotel, farblich gesehen mir allerdings etwas zu dunkel gestaltet. Die Flure fast schwarz. Die Zimmer mit viel Stoff und Samt in den Farben Gold und Rot. Gegen Rot in der Einrichtung bin ich anscheinend allergisch, außer auf Lippen und Nägeln gefällt mir die Farbe einfach nicht so gut. Abgesehen vom Design, was ja wirklich Geschmackssache ist, war das Hotel wirklich toll! Klasse war der Pool auf dem Dach – bei diesem schwül heißen Wetter ist eine Abkühlung nach dem Sightseeing genau das Richtige. Da oben kann man auch wunderbar von dem Trubel runter kommen, der vor der Tür herrscht. Der ganze Smog und Verkehrslärm ist bis zur Dachterrasse auch nicht (sichtbar ;)) durchgedrungen.
Zum Abend ging es für uns auf die Khao San Road und andere Straßenmärkte, die auf dem Weg lagen. Die Khao San Road ist weltweit wohl eine der bekanntesten Straßen für Rucksack-Touristen (und alle anderen auch).  Wer möchte, bekommt hier billigen Alkohol, knusprig frittierte Insekten, wird auf einer Massagebank durchgeknetet  und kann sich in den zahlreichen Souvenir- oder Klamottenläden eindecken. Richtig viele Touristen schlängeln sich hier durch die Neonlichter und trotzdem bin ich fasziniert, weiß gar nicht wo ich zuerst hingucken soll.
Klar, man bekommt auf 5 Metern Fußweg auch 20 Einladungen zu Ping-Pong-Shows oder Ähnlichem. Wer war da schon drin und kann mir berichten? Freue mich über lustige Kommentare dazu. Da diese Etablissements sich irgendwie nur in Keller-Löchern oder in den oberen Etagen zu befinden scheinen, war Lorenz sich nicht sicher, wen er im Ernstfall zuerst retten soll: mich oder Lutzi ? Zu viel Gruselgeschichten über Touristenfallen haben wir zuvor gehört und dass das, was einem an Show geboten wird, einfach nicht so “attraktiv” ist. Nun ja, ich mache mir ja immer gerne selbst ein Bild – in diesem Fall kann ich vermutlich auch ohne diese “Attraktion” gesehen zu haben, leben.
Zum Abschluss ging es für uns noch auf einen Cocktail in die Sky Bar im Hotel “Lebua at State Tower”.  Mit dem Fahrstuhl geht es in den 64. Stock – von hier kann man direkt die phantastische Aussicht genießen. Auf dieser Ebene befindet sich das Restaurant Sirocco und die Destil Bar, zur Sky Bar gelangt man abwärts nur über die riesige Panorama-Treppe mit vielen Stufen. Sie dürfte vielen aus dem Film Hangover 2 bekannt sein. Der in hellen Farben leuchtende Tresen der Sky Bar, scheint auf einem kleinen Plateau über der Stadt zu schweben – zwischen dir und den in der Nacht glitzernden Straßen Bangkoks liegt jetzt nur noch eine Glasscheibe. Die Lichter der Großstadt sorgen unterhalb der goldenen Kuppel für eine fabelhafte Kulisse. Die Atmosphäre ist locker, die Preise der Getränke gesalzen. Für einen Cocktail zahlt man umgerechnet zwischen 11-15€. Preise wie man Sie aus New York kennt, für thailändische Verhältnisse wirklich sehr teuer. Getreu dem Motto no shoes, no shirt = no service, sollte man hier auf festes Schuhwerk achten und auf Sportkleidung verzichten. Trotz der Preise lohnt sich ein Ausflug hierher, der Blick ist einfach spektakulär.

 

Unser 3 Tages Stop-Over verging wie im Flug. Bangkok ist eine unglaublich quirlige, bunte und lebendige Stadt, in der es manchmal auch sehr hektisch und laut zu geht. Für einen Erholungsurlaub sicher nicht der richtige Ort, als Zwischenziel, bevor es weiter auf eine der idyllischen Inseln geht, eignet sich die Stadt hervorragend. Next Stop: Koh Lanta!

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