LONDON CALLING!

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Unser Trip nach London ist schon eine Weile her, alles was noch dunkel in meiner Erinnerung vorhanden ist, möchte ich euch aber noch über die Hauptstadt des Vereinigten Königreiches erzählen. In nur 1 1/2 Stunden erreicht man von Frankfurt-Hahn den Flughafen-Stansted. Von dort aus geht ein richtiger Reisebus Richtung City. Mit einer ganz abgefahrenen elektrischen Rampe, die einen über die Treppe in den Bus manövriert, kommt man auch mit Rollstuhl da rein. Die Züge, die von allen Flughäfen Londons Richtung Innenstadt fahren, sollen auch barrierefrei sein. Unser Lieblingstransportmittel für den ganzen Aufenthalt war wieder mal der Bus. Alle Busse verfügen über automatisch ausfahrbare Rampen, die die Busfahrer nach einem kurzen Handzeichen gerne bedienen. Klar, dauert eine Busfahrt wegen des Verkehrs meist etwas länger, als eine U-Bahn Fahrt, aber man sieht dabei immerhin schon ein bisschen von der Stadt. Im Gegensatz zu den anderen Verkehrsmitteln, dürfen Rollstuhlfahrer in London sogar kostenlos in Bussen mitfahren.
Die U-Bahn in London ist nur bedingt rollstuhlgerecht, noch nicht mal ⅓ der Stationen sind für Rollstuhlfahrer zugänglich. Auf der Website von `Transport für London` findet ihr jede Menge Maps, auf denen rollstuhlgerechte Bahnsteige/Stationen gekennzeichnet sind. Ihr findet sogar eine Map mit rollstuhlgerechten Toiletten.
Sogar die Taxis in London, die sog. “Black Cabs”, sind barrierefrei. Sie verfügen über Rampen und können teilweise sogar die Türen aushängen, um den Einstieg zu vergrößern. Im Vergleich zu unseren Taxis, sind uns diese hier um Meilen voraus.
Generell haben wir London als sehr rollstuhlfreundliche Stadt empfunden, auf deren Entdeckungsreise Rollstuhlfahrer kaum Hindernisse vorfinden.
Unsere Unterkunft hatten wir privat angemietet. In der Wohnung einer Musikern in dem Viertel Shoreditch haben wir ein Zimmer gebucht. Das Haus war super modern mit Fahrstuhl und barrierefreiem Zimmer. Wir haben natürlich im Vorfeld den Rolli angemeldet und gefragt, ob es für sie in Ordnung ist und in ihrer Wohnung alles passt. Ich möchte ungern irgendwo hinkommen und den Rollstuhl als Überraschung mitbringen. Zudem ist so geklärt, dass für meine Bedürfnisse auch alles vorhanden oder zugänglich ist.
In diesem künstlerischen Viertel sind die Häuserwände so bunt wie seine Bewohner. Kunstgalerien, Banksy Street Art, stylische Läden und hippe Cafés machen dieses Viertel aus. Hat uns sehr, sehr gut gefallen – man hatte das Leben direkt vor der Tür. Auch in das musikalische Nachtleben ist man ruck zuck eingetaucht.
Ganz viele Cafés und Restaurants sind barrierefrei. Große Toiletten gibt es nicht überall, aber auf Nachfrage bekommt man gleich die nächstgelegene, notfalls im Nachbar-Lokal, gezeigt.
Mit dem Hop-on/Hop-Off-Bus haben wir uns erst mal ein bisschen Sightseeing gegönnt. Da viele Sehenswürdigkeiten in London direkt am Wasser liegen, empfiehlt sich auch eine Schifffahrt auf der Themse, alles rolligerecht natürlich.

 

Ein ganz besonders schönes und leckeres Abendessen hatten wir bei Sushisamba.
Gute Drinks und phantastischen Fisch auf einer der höchsten Terrassen Europas.

 

Fish & Chips sollten bei unserem Besuch auch nicht fehlen – wir waren bei Poppies und das war super lecker & knusprig.

Das erste und bis dato letzte Mal Fish & Chips gab es auf meiner Jugendfreizeit mit den Pfadfindern in Irland. Das war aber eher ein vor Fett triefender Pommesbrei, kein Vergleich zu diesem Gericht.
London ist ja bekannt für seine Straßenmärkte, hier gibt es nicht nur Street-Food, es gibt auch Märkte für Blumen, moderne Kunst, Mode und Antiquitäten. Wir waren unter anderem auf dem Borough-Market, einer der ältesten Lebensmittelmärkte, den es in London gibt. Ihr findet ihn unter den Eisenbahnpfeilern der London-Bridge im Stadtteil Southwark. Hier kommt jeder Gourmet auf seine Kosten, mich hat natürlich das Toasted-Cheese-Sandwich magisch angezogen, denn ich liebe einfach alles mit Käse!!

 

Der Portobello Road Street Market in Notting Hill hat es uns besonders angetan. Hier warten jeden Samstag viele Verkaufsstände mit unzähligen Angeboten für Vintage-Schnickschnack, aber auch Musik und Designermode könnt ihr hier finden. Berühmt ist dieser Markt allerdings für seine Antiquitäten. Wunderschöne Einzelstücke haben unsere Herzen erobert, leider wussten wir nicht, wie wir sie nach Hause kriegen sollen, deshalb mussten zwei Hüte als Mitbringsel reichen.
Seit dem Film “Notting Hill” kennt fast jeder diesen schicken und gepflegten Stadtteil mit seinen süßen bunten Häuschen – er ist unbedingt einen Besuch wert! Mit der U-Bahn erreicht man ihn in 20 Minuten. Mit dem Bus, den wir genommen haben, dauert es eine Stunde.

Wir sind mit ganz wundervollen Eindrücken wieder nach Hause geflogen und können London für einen Städtetrip wärmstens empfehlen. Für Rollstuhlfahrer wird hier ganz viel getan, um einem das Leben oder die Reise zu erleichtern.

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