Anfang Mai durfte ich gemeinsam mit meiner Schwester Vivien den Bodensee und die angrenzenden Regionen erkunden. Mit einem klaren Fokus: den Bodensee barrierefrei erleben, testen und für euch sichtbar machen.
Der Bodensee gilt als sogenannte Vierländerregion: Er grenzt direkt an Deutschland, Österreich und die Schweiz, während das Fürstentum Liechtenstein nur wenige Kilometer entfernt liegt und eng mit der Region verbunden ist. Genau diese grenzüberschreitende Vielfalt macht den Bodensee zu einem besonders spannenden Reiseziel, eben auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
In fünf Tagen waren wir in zwei dieser Länder unterwegs, haben unzählige Eindrücke gesammelt und uns dabei die Frage gestellt: Wie barrierefrei ist Urlaub am Bodensee wirklich? In diesem Beitrag nehme ich euch mit auf unsere Reise und zeige euch ehrlich, was gut funktioniert hat und wo es noch Herausforderungen gibt.
Gut zu wissen: Alle in diesem Beitrag erwähnten Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Unterkünfte sind barrierefrei zugänglich und verfügen über rollstuhlgerechte Toiletten. Damit das (zugegeben wichtige) WC-Thema im weiteren Verlauf nicht ständig im Fokus steht, wollte ich es gleich vorwegnehmen. So wisst ihr von Anfang an, dass ihr euch auf dieser Reise keine Gedanken darum machen müsst.
Bodensee Card PLUS
Bevor wir starten, noch ein paar Infos zur Bodensee Card PLUS, die wir für viele unserer Ausflüge rund um den Bodensee genutzt haben. Die Erlebniskarte ist in der gesamten Vierländerregion gültig und ermöglicht den einmaligen kostenlosen Eintritt zu über 160 Ausflugszielen, darunter Museen, Bergbahnen, Schlösser, Stadtführungen und sogar zahlreiche Schifffahrten auf dem Bodensee. Besonders praktisch finde ich, dass es die Karte für drei oder sieben frei wählbare Tage gibt, die nicht am Stück genutzt werden müssen.
Für unsere Reise war die Bodensee Card PLUS der perfekte Begleiter. Viele der Sehenswürdigkeiten, die wir besucht haben, waren bereits inklusive, sodass wir vor Ort lediglich die Karte vorlegen mussten und kostenlosen Zutritt erhielten. Gerade wenn man mehrere Ausflüge plant und den Bodensee aktiv erkunden möchte, kann sich die Karte schnell lohnen.
Lindau: Zwischen Kopfsteinpflaster und Seeblick
Hotel Bad Schachen
Unsere Reise beginnt in Lindau im Hotel Bad Schachen. Das traditionsreiche Grandhotel liegt direkt am Ufer des Bodensees und ist für unseren ersten Stopp perfekt gewählt. Nach rund drei Stunden Anreise mit dem Auto wollen wir erstmal nur ankommen und durchatmen und den Blick über den See schweifen lassen. Also lassen wir uns auf der barrierefrei zugänglichen Terrasse nieder, mit genau diesem Seeblick, den man sich vorher immer nur auf Bildern anschaut und gönnen uns ein entspanntes Mittagessen. Passend zur Saison wählen wir etwas aus der Spargelkarte. Ganz klassisch Kartoffeln mit Sauce Hollandaise und Schinken dazu. Saisonal, lecker und genau das Richtige. Und während wir in dieser idyllischen Umgebung sitzen, wird ziemlich schnell klar, wie sehr wir uns freuen, hier unsere Reise beginnen zu lassen.




Cavazzen Museum – Insel Lindau
Unser nächster Stopp führt uns ins Cavazzen Museum, das sich in einem barocken Stadtpalais mitten auf der Insel Lindau befindet. Schon von außen wirkt das Gebäude beeindruckend, aber nach der aufwendigen Sanierung merkt man auch innen sofort, wie schön hier Geschichte auf ein modernes Museumskonzept trifft. Was sich natürlich auch in der Barrierefreiheit widerspiegelt. Über einen Seiteneingang im Innenhof gelangen wir ebenerdig in die gut zugänglichen Räume. In dem Altbau gibt es vereinzelt kleine Erhebungen oder Absätze im Holzboden, die sich aber auch mit Rollstuhl gut überwinden lassen. Ein Aufzug bringt euch auf 3 Museumsebenen (nur der ausgebaute Dachboden ist lediglich über eine Treppe zu erreichen).





Neben der interaktiven Dauerausstellung zur Stadtgeschichte gibt es wechselnde Sonderausstellungen. Besonders spannend ist die aktuelle Ausstellung „Picasso. Handmade“. Statt der bekannten großen Gemälde stehen hier Zeichnungen und Keramiken im Fokus. Künstlerische Arbeiten, die einen sehr direkten und persönlichen Einblick in Picassos kreativen Prozess geben.
Insel Lindau
Nach unserem Besuch im Museum haben wir uns noch etwas Zeit genommen, die historische Altstadt der Insel Lindau zu erkunden. Enge Gassen, farbenfrohe Fassaden und zahlreiche historische Gebäude verleihen ihr einen ganz besonderen Charme. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen der Mangturm, das Alte Rathaus mit seiner aufwändig verzierten Fassade sowie die berühmte Hafeneinfahrt mit dem Bayerischen Löwen und dem Neuen Leuchtturm.





Wir entschieden uns für eine gemütliche Umrundung der Insel und entdeckten dabei viele ihrer schönsten Ecken. Die Wege entlang der Uferpromenade sind größtenteils gut ausgebaut und bieten immer wieder schöne Ausblicke auf das Wasser sowie auf die Alpenkulisse im Hintergrund.





Wichtig zu wissen für Rollstuhlfahrer: In weiten Teilen der Altstadt ist historisches Kopfsteinpflaster verlegt. Je nach Beschaffenheit kann dieses teilweise recht holprig sein und erfordert etwas Kraftaufwand, sofern man nicht, wie ich, mit einem E-Fix oder einem anderen Zusatzantrieb unterwegs ist. Die Insel lässt sich dennoch gut erkunden, man sollte sich lediglich auf einige unebene Abschnitte einstellen.
Hotel Maier Friedrichshafen
Unsere erste Unterkunft am Bodensee war das Hotel Maier in Friedrichshafen. Wir übernachteten im rollstuhlgerechten Zimmer im Stammhaus, das für unsere Bedürfnisse gut geeignet war. Optisch hat uns allerdings das moderne Hofhaus noch etwas besser gefallen. Die Zimmer dort sind zwar nicht explizit rollstuhlgerecht, aber barrierefrei zugänglich und deutlich moderner eingerichtet. Ein echtes Highlight war für mich das Frühstück. Statt eines großen Buffets bestellt man hier à la carte. Da ich ohnehin nicht der größte Buffet-Fan bin, hat mir dieses Konzept besonders gut gefallen. Die Auswahl war groß, die Qualität super und der Start in den Tag dadurch angenehm entspannt.





Pfahlbauten Unteruhldingen
Ein weiteres Highlight unseres Aufenthalts am Bodensee waren die Pfahlbauten in Unteruhldingen. Hier taucht man in die Welt der Pfahlbauer ein, die vor mehreren tausend Jahren ihre Häuser auf Holzpfählen direkt am Wasser errichteten. Die rekonstruierten Siedlungen geben einen interessanten Einblick in das Leben der Menschen in der Stein- und Bronzezeit und gehören nicht ohne Grund zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region und zum UNESCO-Weltkulturerbe.


Natürlich haben wir das Museum auch auf seine Barrierefreiheit getestet. Die Wege führen größtenteils über Holzstege, die stellenweise etwas ruckelig sein können, mit dem Rollstuhl aber gut befahrbar sind. Besonders positiv überrascht hat uns, dass einige der nachgebauten Häuser über Rampen zugänglich sind, sodass man nicht nur von außen einen Eindruck bekommt, sondern auch einen Blick ins Innere werfen kann.






Neben der spannenden Geschichte begeistert das Freilichtmuseum vor allem durch seine Lage direkt am Bodensee. Der Blick aufs Wasser, die Berge im Hintergrund und die historischen Pfahlbauten schaffen eine ganz besondere Atmosphäre.
Gut zu wissen: In dem neu gebauten Besucherzentrum gibt es eine “Toilette für alle”, die zusätzlich mit einer Liege und Hebevorrichtung ausgestattet ist.
St.Gallen: Überraschend rollstuhlfreundlich
Stiftsbezirk
Unser nächster Stopp führte uns in die Schweizer Stadt St.Gallen. Sie ist vor allem für ihren Stiftsbezirk bekannt, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Herzstück des Areals sind die beeindruckende Kathedrale und die berühmte Stiftsbibliothek, die wir uns unbedingt anschauen wollten.
Schon beim Betreten der Bibliothek waren wir verzaubert. Alte Bücher, soweit das Auge reicht, kunstvoll geschnitzte Holzregale und eine Atmosphäre voller Geschichte und Magie. Die Harry-Potter-Vibes waren überall zu spüren, gedanklich stand ich mitten im Bücherschatz von Hogwarts. Es hat nur noch gefehlt, dass hinter einem Regal ein Zauberlehrling entspringt.





Gut zu wissen: mit der Bodensee Card Plus erhaltet ihr hier kostenlosen Eintritt zum gesamten Stiftsbezirk (Bibliothek, Gewölbekeller und Ausstellungssaal).
Aber auch die Stadt selbst hat uns richtig gut gefallen. Die Altstadt mit ihren vielen historischen Gebäuden, den typischen Erkern und den kleinen Gassen hat unglaublich viel Charme. Wir haben einfach die Atmosphäre genossen, sind durch die Straßen – über den roten Platz geschlendert und haben St. Gallen als einen dieser Orte erlebt, an denen man eigentlich länger bleiben möchte als ursprünglich geplant.





Tipp für ein Mittagessen: Bratwurst & Bowls
Drei Weieren
Nach unserem Stadtbummel zog es uns noch ins Grüne. Mit der Mühleggbahn, einer der ältesten Standseilbahnen der Schweiz, ging es bequem hinauf zu den Drei Weieren – einem beliebten Naherholungsgebiet oberhalb von St. Gallen.







Die künstlich angelegten Weiher dienten ursprünglich der Wasserversorgung der Textilindustrie und sind heute ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Besucher. Rund um die Seen laden Spazierwege, Liegewiesen und zahlreiche Aussichtspunkte zum Verweilen ein. Besonders schön fanden wir den Blick über die Stadt St. Gallen bis hin zum Bodensee. Die Kombination aus Natur, Wasser und Panorama macht die Drei Weieren zu einem perfekten Ort, um dem Trubel der Stadt für eine Weile zu entfliehen.
Brasserie LOK
Zum Abendessen verschlug es uns in die Brasserie LOK, die sich in der gleichnamigen Lokremise befindet. Wo früher Lokomotiven gewartet wurden, ist heute ein modernes Kulturzentrum mit Gastronomie, Kino, Kunst und Theater entstanden.





Der historische Charakter der alten Industriehallen wurde dabei erhalten und mit moderner Architektur – übrigens komplett barrierefrei – kombiniert. Trotz der großen Hallen und der offenen Bauweise hat das Areal einen ganz besonderen Charme und außergewöhnliches Ambiente. Gepaart mit der leckeren französischen Brasserieküche & der vorhandenen Barrierefreiheit ist die Lokremise auf jeden Fall unser Lieblingsort der Reise geworden.
Hotel Einstein St. Gallen
Für unsere Zeit in St. Gallen haben wir im Hotel Einstein eingecheckt. Das traditionsreiche Haus zählt zu den bekanntesten Hotels der Stadt und verbindet klassischen Luxus mit einer angenehm entspannten Atmosphäre. Wir übernachteten im rollstuhlgerechten Doppelzimmer, das großzügig geschnitten war und uns während unseres Aufenthalts viel Komfort bot.





Wichtig zu wissen ist allerdings die Lage des Hotels: Es befindet sich am Hang, weshalb sowohl innerhalb des Gebäudes als auch vor dem Eingang und auf dem Weg zum Frühstück im benachbarten Gebäude einige Steigungen zu bewältigen sind. Dank meines E-Fix Zusatzantriebs war das für mich kein Problem, an mehreren Stellen war ich aber durchaus froh über die zusätzliche Unterstützung. Wer auf Muskelkraft angewiesen ist, sollte diesen Punkt bei der Planung berücksichtigen.
Appenzeller Schaukäserei
Auf unserem Weg durch das Appenzellerland machten wir Halt in der Appenzeller Schaukäserei. In der Erlebnisausstellung erfährt man, wie der berühmte Appenzeller Käse hergestellt wird und was ihn so besonders macht. Gleichzeitig bekommt man einen guten Eindruck von der Region Appenzell, ihren Traditionen und der engen Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat. Durch große Schaufenster kann man außerdem einen Blick in die Produktion werfen. Als bekennender Käse-Connaisseur habe ich mich natürlich über das kleine Käse-Tasting gefreut, das dich durch die Ausstellung begleitet. Die Schaukäserei eignet sich perfekt für eine kurze Pause auf der Weiterreise, um ein wenig regionale Kultur mitzunehmen oder sich im Shop mit leckeren Mitbringseln einzudecken.





Singen & Konstanz & Insel Mainau: den westlichen Bodensee barrierefrei erleben
Singen – Stadtführung
Nach Singen wären wir ohne die Aktionswoche „Barrierefrei Westlicher Bodensee – Erlebnisse für alle“ vermutlich gar nicht gekommen. Die Veranstaltungsreihe macht auf barrierefreie Freizeit-, Kultur- und Bewegungsangebote in der Region aufmerksam und zeigt, wie inklusiv Tourismus am Bodensee bereits ist. Auf dem Programm stehen unter anderem Stadtführungen, Museumsbesuche, Konzerte und verschiedene Mitmachangebote für Menschen mit und ohne Behinderung. Wir haben uns für die Stadtführung in Singen entschieden, zu der sich unsere Gästeführerin in die Herzogin Hadwig von Schwaben verwandelt hat und uns zu einer spannenden Reise in die Vergangenheit von Singen (Hohentwiel) entführt hat. Das war so klasse und unterhaltsam gemacht, dass ich mir auf noch keiner Stadtführung so viel Stadtgeschichte mitnehmen konnte, wie auf dieser. Übrigens ist Singen manchen auch als “Maggi-Stadt” bekannt, hier steht nämlich deren größte Produktionsstätte (sehr zur Freude meiner Schwester, die Maggi – im Gegensatz zu mir – gerne auf ihrem Frühstücksei kredenzt ;))






Tipp fürs Mittagessen: Restaurant Barfüßer
Singen – Kunstmuseum
Im Rahmen der Aktionswoche besuchten wir außerdem das Kunstmuseum Singen. Das Museum konzentriert sich auf moderne und zeitgenössische Kunst aus der Bodenseeregion und bietet regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen. Während unseres Besuchs war die Ausstellung „SINGENKUNST 2026 – grenzenlos“ zu sehen, in der Künstlerinnen und Künstler aus dem westlichen Bodenseeraum ihre ganz unterschiedlichen Perspektiven auf die Region präsentieren.
Das Museum ist gut zugänglich, verfügt über einen Aufzug und wie alle Orte, die ich euch in diesem Beitrag vorstelle, eine rollstuhlgerechte Toilette. Auf unseren Städtetrips besuchen wir gerne Kunstmuseen, vor allen Dingen gemeinsam mit meiner Schwester Vivien, die selbst Künstlerin ist. Auch hier war es eine schöne Gelegenheit, die Region einmal aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen und in ein paar sehr farbenfrohe Kunstwerke einzutauchen, die mir besonders gefallen haben.





Für uns war die Aktionswoche der perfekte Anlass, den westlichen Bodensee und die Region rund um Singen näher kennenzulernen. Eine Gegend, die wir sonst wahrscheinlich nicht auf dem Schirm gehabt hätten.
Konstanz – HARBR Hotel
Für unsere dritte Unterkunft am Bodensee haben wir in Konstanz ins HARBR. Hotel eingecheckt. Das moderne Hotel liegt unweit am Seerhein und überzeugt mit seinem maritimen Design, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Heimathafen zieht, wie sich das Haus selbst so schön bezeichnet. Wir übernachteten im rollstuhlgerechten Doppelzimmer mit barrierefreiem Bad inkl. ebenerdiger Dusche. Das Zimmer war großzügig geschnitten, modern eingerichtet und bot ausreichend Platz zum Rangieren. Die lockere Atmosphäre und das moderne Konzept mit Hafenflair passen perfekt zu unserem Aufenthalt in Konstanz, weshalb wir uns wieder hier einbuchen würden.







Tipp für ein Abendessen: Constanzer Wirtshaus



Insel Mainau – die Blumeninsel
Natürlich durfte bei unserem Besuch am Bodensee auch ein Abstecher auf die Insel Mainau nicht fehlen. Die Blumeninsel zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region und begeistert mit weitläufigen Parkanlagen, wechselnden Blütenlandschaften und einem tollen Blick auf den Bodensee. Zu den Highlights gehören das barocke Schloss Mainau mit der Schlosskirche St. Marien sowie das Schmetterlingshaus, in dem hunderte exotische Schmetterlinge frei umherfliegen.
Auch aus Sicht der Barrierefreiheit hat uns die Insel positiv überrascht. Zwar gibt es auf dem Gelände einige Steigungen und vereinzelt Treppen, diese können jedoch über alternative Wege umfahren werden. Mein Tipp: Nehmt euch direkt am Eingang einen Lageplan mit. Darauf sind alle barrierefreien Wege eingezeichnet, was die Orientierung deutlich erleichtert und unnötige Umwege erspart.










Mit dieser Hilfe lässt sich die Insel auch mit dem Rollstuhl sehr gut erkunden. Dank meines E-Fix Zusatzantriebs waren selbst die etwas steileren Abschnitte für mich problemlos machbar. Wer gerne Zeit in der Natur verbringt, sollte für die Mainau auf jeden Fall einige Stunden einplanen, es gibt hier an jeder Ecke etwas zu entdecken.
Schaffhausen & Rheinfall: Grenzen und Möglichkeiten
Rheinfall – Schloss Laufen
Obwohl der Rheinfall zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Schweiz zählt, sind wir auf früheren Reisen mehr als einmal daran vorbeigefahren, ohne ihm einen Besuch abzustatten. Das wollten wir auf unserer Bodenseereise endlich ändern. Also machten wir einen Abstecher nach Schaffhausen, wo sich der Rhein auf einer Breite von rund 150 Metern spektakulär über die Felsen 23 Meter in die Tiefe stürzt. Das Naturschauspiel lässt sich zu meiner Freude auch mit dem Rollstuhl sehr gut erleben. Für einen barrierefreien Besuch empfehle ich euch die Anfahrt über das Schloss Laufen. Dort stehen Behindertenparkplätze sowie eine rollstuhlgerechte Toilette zur Verfügung. Mit einem gläsernen Panoramaaufzug gelangt man anschließend bequem zu den Aussichtsplattformen. Über einen Holzsteg kommt man dem tosenden Wasser erstaunlich nah und kann die beeindruckende Kraft des Rheinfalls hautnah spüren. Für das breite Drehkreuz, das auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen passierbar ist, erhält man im Besucherzentrum ein entsprechendes Spezialticket.







Schaffhausen – Altstadtführung
Ein Stopp in Schaffhausen lohnt sich aber nicht nur für den Rheinfall, es gibt hier auch eine besonders schnucklige Altstadt, die bekannt ist für ihre 171 Erker, die schön bemalten Häuserfassaden und kleinen Gässchen, die wir bei einer Stadtführung näher erkunden durften. Viele historische Schätze lassen sich hier auf engem Raum entdecken. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen die Festung Munot, die hoch über der Stadt thront, das Haus zum Ritter mit seiner beeindruckenden Fassadenmalerei sowie die zahlreichen Brunnen und Bürgerhäuser aus verschiedenen Epochen. Während unseres Rundgangs entdeckten wir immer wieder neue Details, wie die Drachen an den Regenrinnen, die man bei einer Erkundung auf eigene Faust womöglich übersehen hätte.






Tipp für ein Mittagessen: Restaurant Güterhof



Hotel Vienna House by Wyndham
Für unsere letzte Nacht unserer Bodenseereise beziehen wir ein rollstuhlgerechtes Doppelzimmer im Vienna House by Wyndham in Schaffhausen. Das Hotel liegt sehr zentral und eignet sich auch besonders gut für alle, die mit dem Zug anreisen, denn der Bahnhof ist nur wenige Meter entfernt. Durch eine Unterführung gelangt man in gerade einmal zwei Minuten ins historische Zentrum. Das Zimmer selbst bot ausreichend Platz und ein barrierefreies Bad, sodass wir unseren Aufenthalt in vollen Zügen genießen konnten.




Restaurant Klosterhalle
Zum Abendessen kehrten wir in die Klosterhalle ein, ein Restaurant in den historischen Gemäuern eines ehemaligen Klosters. Schon beim Betreten beeindruckt die besondere Atmosphäre: alte Mauern, gemütliches Licht und jede Menge Geschichte treffen hier auf moderne, zeitgenössische Gastronomie. Kulinarisch wirklich etwas Besonderes. Die Gerichte waren raffiniert, kreativ und gleichzeitig super lecker. Dazu kam ein aufmerksamer und ausgesprochen zuvorkommender, herzlicher Service, bei dem wir uns sehr willkommen gefühlt haben. Ein kleines Detail, das mir besonders positiv aufgefallen ist: Die (Bar-)Tische lassen sich in der Höhe verstellen. Das macht den Restaurantbesuch für mich Rollstuhlfahrerin deutlich angenehmer und zeigt, dass hier auch an die Bedürfnisse von Gästen mit Mobilitätseinschränkungen gedacht wurde.



Klettgau – Weingut Aagne
Einen schöneren Abschluss unserer Reise hätten wir uns kaum wünschen können, als den Besuch des Weinguts Aagne im Klettgau. Hier wurden wir nicht nur mit gutem Wein, sondern vor allem mit viel Herzlichkeit empfangen. Schnell wurde uns klar, wie viel Leidenschaft und Gastfreundschaft die Winzerinnen und Winzer dieser Region mitbringen. Besonders gefreut hat uns, dass der Hof und die Räumlichkeiten komplett barrierefrei zugänglich sind. So konnten wir die Degustation und das liebevoll zusammengestellte Vesperplättli ganz entspannt genießen. Gute Gespräche, hervorragende Weine und die ein oder andere Flasche als Mitbringsel im Gepäck, waren für uns der perfekte Ausklang einer rundum gelungenen Bodenseereise.






Nützliche Webseiten und Links:
https://st.gallen-bodensee.ch/de
https://www.bodenseewest.eu/de
https://www.echt-bodensee.de/planen/echt-bodensee-card

*Werbung – Für die Reise um den Bodensee hatten wir eine Kooperation mit der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH, die das Programm für uns zusammengestellt hat. In diesem Beitrag findet ihr davon unabhängig, wie immer, meine freie Meinung.