Hand aufs Herz, wenn dir bei Düsseldorf als erstes Altbier und die Königsallee in den Sinn kommen, bist du nicht allein. Mir ging es ehrlich gesagt genauso. Umso überraschter war ich, wie vielseitig diese Stadt ist. Denn hinter den bekannten Klischees verbirgt sich eine Mischung aus historischer Altstadt, moderner Architektur, spannenden Museen, einem der größten japanischen Viertel Europas und jeder Menge Lebensgefühl am Rhein.
Für unseren Wochenendtrip sind Lorenz und ich ganz entspannt mit dem Zug von Mannheim nach Düsseldorf gereist. Die Fahrt dauert gerade einmal rund zwei Stunden und macht die Stadt zu einem perfekten Ziel für einen Städtetrip. Vom Hauptbahnhof aus lassen sich viele Sehenswürdigkeiten bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder sogar zu Fuß erreichen. In diesem Beitrag nehme ich euch mit zu unseren persönlichen Highlights und verrate natürlich auch, wie es um die Barrierefreiheit der einzelnen Orte steht.
Unsere Unterkunft: Adina Apartment Hotel Düsseldorf
Für unseren Städtetrip haben wir im Adina Apartment Hotel Düsseldorf übernachtet. Das Hotel liegt direkt am Hauptbahnhof – zugegeben nicht in der schönsten Ecke der Stadt. Wenn ihr aber, wie wir, mit dem Zug anreist, ist die Lage unschlagbar praktisch. Nach der Ankunft konnten wir unser Gepäck direkt im Hotel abstellen und ganz entspannt in den Tag starten. Auch bei der Abreise war es Gold wert, die Koffer nicht den ganzen Tag durch Düsseldorf schieben zu müssen.





Wir haben in einem rollstuhlgerechten Apartment übernachtet, das uns wirklich überzeugt hat. Die Zimmer sind angenehm großzügig geschnitten und bieten mit einer kleinen Küchenzeile, einem gemütlichen Wohnbereich und viel Bewegungsfläche alles, was man für einen Städtetrip braucht. Besonders positiv ist uns das barrierefreie Badezimmer aufgefallen: Die ebenerdige Dusche, die Haltegriffe sowie die großzügigen Rangierflächen machen das Zimmer zu einer wirklich guten Wahl für Rollstuhlfahrende.
Stadtführung – Düsseldorf barrierefrei
Für mich gehört eine Stadtführung mittlerweile zu fast jedem Städtetrip dazu. Klar, Sehenswürdigkeiten kann man sich auch auf eigene Faust anschauen, jedoch machen die Geschichten dahinter, einen Ort erst richtig lebendig. Gemeinsam mit unserer Stadtführerin Katja von Visit Düsseldorf sind wir durch die verwinkelten Gassen der Düsseldorfer Altstadt geschlendert und haben dabei jede Menge Spannendes über die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens erfahren.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Düsseldorfer Altstadt mit ihren über 260 Bars, Restaurants und Brauereien auch als „längste Theke der Welt“ bekannt ist? Zwischen historischen Fassaden, kleinen Plätzen und der Rheinpromenade begegnet man auf Schritt und Tritt der Geschichte der Stadt. Gleichzeitig prägen moderne Architektur, renommierte Museen und eine lebendige Kunstszene das heutige Düsseldorf.






Die Altstadt bringt, wie viele historische Stadtkerne, immer wieder Kopfsteinpflaster mit sich, dennoch ließ sich die Führung auch mit dem Rollstuhl gut mitmachen. Alle Sehenswürdigkeiten, die wir angesteuert haben, hatten immer ein rollstuhlgerechtes WC vor Ort oder in der Nähe.
Rheinturm
Ein Besuch des Rheinturms gehört für mich einfach zu einem Städtetrip nach Düsseldorf dazu. Mit seinen 240,5 Metern ist er das höchste Bauwerk der Stadt und eines ihrer bekanntesten Wahrzeichen. Die Aussichtsplattform befindet sich auf 168 Metern Höhe und belohnt Besucher mit einem beeindruckenden 360-Grad-Blick über die Rheinmetropole. Bei guter Sicht reicht der Blick sogar bis zum Kölner Dom.




Auch für Rollstuhlfahrende ist der Besuch unkompliziert möglich. Über einen ebenerdigen Seiteneingang gelangt man direkt ins Gebäude und ohne Umwege zu den Aufzügen, die Besucher in wenigen Sekunden auf die Aussichtsplattform bringen. Von dort oben lassen sich die Altstadt, der MedienHafen, die Königsallee und der Rhein wunderbar überblicken. Der perfekte Ort, um sich einen ersten Eindruck von der Stadt zu verschaffen.
Museen – Düsseldorf barrierefrei
KIT – Kunst im Tunnel
Direkt zu Füßen des Rheinturms befindet sich das KIT – Kunst im Tunnel. Das Besondere an diesem Museum ist sein außergewöhnlicher Standort. Der rund 140 Meter lange Ausstellungsraum liegt unter der Rheinuferpromenade, eingebettet zwischen den Tunnelröhren des Rheinufertunnels. Hier werden mehrmals im Jahr wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst mit Werken nationaler und internationaler KünstlerInnen gezeigt. Der Ausstellungsbereich ist bequem mit dem Aufzug erreichbar und somit auch für Rollstuhlfahrende gut zugänglich.


Schon der verglaste Eingangsbereich direkt an der Rheinpromenade lädt zum Verweilen ein. Das KIT Café mit seiner sonnigen Terrasse ist der perfekte Ort für eine kleine Kaffee- oder Kuchenpause mit Blick auf den Rhein. Besonders praktisch: Das Café ist stufenlos zugänglich und verfügt über eine rollstuhlgerechte Toilette.
K20 Kunstsammlung NRW
Nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt liegt das K20, eines der beiden Häuser der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Schon von außen fällt das Museum mit seiner markanten schwarzen Granitfassade ins Auge. Im Inneren erwarten euch über 100 Jahre Kunstgeschichte. Von Klassikern wie Paul Klee, Pablo Picasso, Henri Matisse und Wassily Kandinsky bis hin zu Pop Art mit Andy Warhol sowie wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.





Das Museum ist stufenlos zugänglich, alle Ausstellungsebenen sind bequem mit dem Aufzug erreichbar und selbstverständlich gibt es auch ein rollstuhlgerechtes WC. Menschen mit Schwerbehindertenausweis erhalten bei längeren Warteschlangen außerdem bevorzugten Einlass. Wer Unterstützung benötigt, kann sich sogar kostenfrei einen Rollstuhl an der Garderobe ausleihen.
Kunstpalast
Der Kunstpalast war für uns eines der schönsten Museen in Düsseldorf und das nicht nur wegen der Kunst. Schon das Gebäude selbst hat uns begeistert. Der historische Ehrenhof, über den man das Museum erreicht, ist wunderschön angelegt und mit seinen Springbrunnen, Grünflächen und gemütlichen Sonnenliegen der perfekte Ort, um vor oder nach dem Museumsbesuch noch einen Moment die Atmosphäre zu genießen.
Im Inneren erwartet euch eine beeindruckende Sammlung mit Kunst aus über tausend Jahren. Von Gemälden und Skulpturen bis hin zu einer der größten Glassammlungen der Welt. Egal, ob ihr Kunst liebt oder einfach gerne durch inspirierende Museen schlendert, hier gibt es jede Menge zu entdecken.








Auch in Sachen Barrierefreiheit hat uns der Kunstpalast überzeugt. Der Haupteingang führt zwar über eine große Freitreppe, für Rollstuhlfahrende befindet sich links daneben jedoch ein separater, stufenloser Eingang mit Aufzug. Im Museum selbst sind alle Ausstellungsebenen barrierefrei erreichbar, außerdem stehen rollstuhlgerechte Toiletten zur Verfügung.
Mein Tipp: Art:walk-Museumspass
Wenn ihr mehrere Museen in Düsseldorf besuchen möchtet, lohnt sich ein Blick auf den Art:walk48 Museumspass. Mit dem Ticket habt ihr 48 Stunden lang freien Eintritt in sechs der bedeutendsten Kunstmuseen der Stadt, darunter das K20, der Kunstpalast und das KIT – Kunst im Tunnel. Gerade für einen Wochenendtrip ist das eine tolle Möglichkeit, verschiedene Museen ganz flexibel miteinander zu kombinieren und dabei sogar noch Geld zu sparen.
Little Tokyo
Mit rund 8.400 Japanerinnen und Japanern beherbergt Düsseldorf die größte japanische Community Deutschlands. Rund um die Immermannstraße ist so eines der bedeutendsten japanischen Viertel Europas entstanden. Zwischen authentischen Restaurants, Bäckereien, Supermärkten und kleinen Boutiquen fühlt man sich fast wie auf einem kleinen Spaziergang durch Tokio.
Da unsere Japanreise noch gar nicht so lange zurücklag, hat sich Little Tokyo für uns fast wie ein kleines Wiedersehen angefühlt. Natürlich konnten wir nicht widerstehen und haben uns ein bisschen quer durch die japanischen Köstlichkeiten probiert. Mein persönliches Highlight waren die Mochi von Aiko. Ehrlich gesagt, die besten, die wir bisher außerhalb Japans gegessen haben. Außerdem solltet ihr unbedingt die beliebten Taiyaki probieren. Das sind knusprige Waffeln in Form eines Fisches, die zum Beispiel mit Vanillecreme, Matcha oder herzhaft mit Käse gefüllt sind.






Es gibt im Japanischen einige Begriffe, für die es im Deutschen gar keine richtige Übersetzung gibt. Einer meiner liebsten ist „Komorebi“ – das Sonnenlicht, das durch die Blätter der Bäume scheint. Ein anderes schönes Wort ist „Ikigai“. Es bedeutet frei übersetzt „der Grund, morgens aufzustehen“ oder „der Sinn des Lebens“. Dahinter steckt die Philosophie, Freude und Erfüllung in den kleinen Dingen des Alltags zu finden. Ich mag diese Lebensphilosophie total und wollte sie deshalb einfach mit euch teilen.
Brauerei Uerige
Wer Düsseldorf besucht, kommt an einem Brauhaus eigentlich nicht vorbei. Die traditionsreichen Hausbrauereien gehören genauso zum Stadtbild wie der Rhein oder die Altstadt und sind seit Generationen ein fester Bestandteil der rheinischen Lebensart. Hier sitzt man gemeinsam an langen Holztischen, genießt deftige regionale Küche und natürlich ein Glas Altbier, was in Düsseldorf liebevoll „dat leckere Dröppke“ genannt wird.


Wir haben uns für die Hausbrauerei Uerige entschieden, die seit 1862 mitten im Herzen der Altstadt ihr charakteristisch herb-würziges Altbier braut und als eine der bekanntesten Brauereien Düsseldorfs gilt. Da wir noch einiges vorhatten, blieb es bei einem alkoholfreien Bier für Lorenz und einem erfrischenden Radler für mich. Dazu gab es ein kleines Mittagessen, bevor wir unsere Entdeckungstour durch Düsseldorf fortgesetzt haben.
Carlsplatz
Wer gerne über Wochenmärkte schlendert, regionale Spezialitäten entdeckt und zwischendurch etwas Leckeres probiert, sollte dem Carlsplatz unbedingt einen Besuch abstatten. Mitten in der Altstadt gelegen, gilt er als Düsseldorfs ältester und zugleich bekanntester Lebensmittelmarkt. An rund 60 Ständen findet ihr frisches Obst und Gemüse, Blumen, Feinkost, internationale Spezialitäten und jede Menge kleine Restaurants und Cafés – perfekt für eine entspannte Mittagspause oder einen Snack zwischendurch.





Wir haben uns dort gleich zwei kleine Genussmomente gegönnt. Bei Concept Riesling gibt es, wie der Name schon verrät, eine beeindruckende Auswahl an Rieslingen aus Deutschland und der ganzen Welt. Zum süßen Abschluss ging es für uns zu Pure Pastry. Die kleine Patisserie begeistert mit kunstvoll gefertigten Törtchen und feinem französischen Gebäck, das fast zu schön zum Essen ist, aber eben nur fast. Das kulinarische Wohnzimmer Düsseldorf hat außer sonntags täglich geöffnet.
Roncalli´s Apollo Varieté
Direkt an der Rheinpromenade erwartet euch mit Roncalli’s Apollo Varieté, ein ganz besonderer Veranstaltungsort in Düsseldorf. Seit 1997 begeistert das Theater mit wechselnden Shows, die Akrobatik, Tanz, Comedy und Live-Musik zu einem spektakulären Gesamterlebnis verbinden. Mehrmals im Jahr wechseln die Programme, sodass sich auch ein erneuter Besuch lohnt.
Wir haben die Show „Pop Culture“ besucht , eine energiegeladene Mischung aus beeindruckender Artistik, mitreißender Popmusik, die jeder mitsingen kann und jeder Menge Humor. Die Kombination aus internationalen Künstlerinnen und Künstlern, kreativen Choreografien und überraschenden Showeinlagen hat uns den ganzen Abend über bestens unterhalten und wir haben herzlich gelacht.





Der Veranstaltungsraum befindet sich zwar im Untergeschoss, ist jedoch bequem mit dem Aufzug erreichbar. Für Rollstuhlfahrende stehen die äußeren Tische der vierten Reihe im Parkett stufenlos zur Verfügung. Da die Anzahl dieser Plätze begrenzt ist, können sie ausschließlich telefonisch reserviert werden. Wer den Abend noch besonderer gestalten möchte, kann sich für das „Show & Dine“-Angebot entscheiden. Dabei genießt ihr ein drei-gängiges Menü direkt im Theatersaal.
ROBERT. Restaurant
Das Roberts wurde uns von Freunden empfohlen und manchmal sind genau das die besten Restauranttipps. Da wir beide die französische Küche und Fisch lieben, mussten wir natürlich selbst ausprobieren, ob das Restaurant hält, was unsere Freunde versprochen haben. Das Restaurant liegt direkt am Rhein und hat genau die entspannte Atmosphäre, in der man gerne etwas länger sitzen bleibt, am besten mit einem guten Glas Rose.


Lorenz wusste übrigens schon vor dem ersten Blick in die Speisekarte, was er bestellen würde, eine Bouillabaisse. Die berühmte Fischsuppe aus Marseille wollte er schon lange einmal genau hier probieren und sie hat ihn definitiv nicht enttäuscht. Ich habe mich für einen butterzarten Oktopus auf frischem Fenchelsalat entschieden, der mindestens genauso gut war. So gutes Essen bleibt einfach im Kopf. Und wir treten gut gestärkt und mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck die Heimreise an.

*Werbung – Für diesen Städtetrip hatten wir eine Kooperation mit VisitDüsseldorf, die uns bei der Erstellung des Programms behilflich waren. In diesem Beitrag findet ihr davon unabhängig, wie immer, meine freie Meinung.