Wellness & Kopfsteinpflasterromantik!

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Ein mal wieder riiiiichtig entspannen und kurz abschalten. Saunieren, schwimmen, faulenzen und gutes Essen. Dachten sich Jana und ich und haben uns ganz spontan entschlossen eine kleine Auszeit im Vitalhotel Meiser in Fichtenau einzulegen. http://www.vitalhotel-meiser.de/de/

Das Hotel liegt in der Gemeinde Schwäbisch Hall im Nordosten Baden-Württemberges, von  uns aus 170 km entfernt. Laut Google Maps sollten wir das Hotel in 1 Stunde 40 Minuten erreichen. Leider kamen uns ein Stau und eine anschließende Vollsperrung der Autobahn aufgrund eines Unfalles in die Quere. Die Leute stiegen alle aus ihren Autos, hielten Schwätzchen und wir fragten uns, wann es endlich weiter geht. Unser leckeres Abendessen rückte immer weiter in die Ferne. Wir hatten mittlerweile gefühlt 150 schlechte Radiohits mitgegrölt. Bis dato also alles eigentlich nicht so schlimm…bis ich schließlich eine Weile später für kleine Königstiger musste. Uahhhh Alptraum, bis zu diesem Moment hab ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht – eine Sekunde später war ich kurz vorm durchdrehen. Gut, jeder hat schon mal in die Prärie gepinkelt, aber wenn du nicht stehen oder in die Hocke gehen kannst, erweist sich so ein Vorhaben mitten auf der Autobahn als äußerst schwieriges Unterfangen. Noch dazu, wenn jede Menge Leute um die Autos stehen und der Brummi-Fahrer hinter uns eine hervorragende Sicht auf unser Auto und alles drumherum hat. Außerdem wussten wir nicht, wann es endlich weiter geht. Im Radio hörten wir von einem schlimmen Unfall, der den Einsatz eines Rettungshubschraubers bedarf, weshalb es auch zur Vollsperrung kam – wie lange noch, war unklar. Die nächste Raststätte zeigte unser Smartphone in 20 langen Kilometern an 🙁 Nach einer weiteren Stunde hielt ich es nicht mehr aus. Die Herren der Schöpfung hatten sich alle schon am Wegrand erleichtert. In meinem Fall hat mir die Leitplanke aus der Not geholfen. Wenigstens Tempos und Desinfektionszeug hat Jana immer am Start und auch sonst ist glücklicherweise nichts daneben gegangen. Eine mir etwas peinliche Story gleich zu Beginn unseres Ausfluges, die ich eigentlich nicht erzählen wollte, aber sowas kann schließlich jedem passieren. Zwischenzeitlich war es mir auch schnurzegal, ob jemand guckt, hat sich jedenfalls auch keiner dabei erwischen lassen. Erst nach einer weiteren Stunde setzten sich die Autos in Gang und wir erreichten im Dunkeln unser schön beleuchtetes Hotel.
Die Küche hatte bereits geschlossen, jedoch durften wir uns über eine Vesperplatte freuen, die man für uns gerichtet hatte. Mit unserem riesen Loch im Bauch, haben wir uns über alles gefreut. Außerdem kann man froh darüber sein, nur im Stau gestanden und sich über einer Leitplanke erleichtert zu haben und nicht in so einen furchtbaren Unfall verwickelt zu sein.

Unser sehr geräumiges Superior-Zimmer war ein absoluter Wohlfühltraum. Das 35qm große Zimmer befand sich im ersten Obergeschoss, verfügte über einen Balkon und ein großes rollstuhlgerechtes Badezimmer.

Nach einem reichhaltigen Frühstück am nächsten Morgen ging es endlich in den Wellnessbereich und ich Wasserratte habe mich mega auf die erste Runde im Pool gefreut. Das Wasser ist mein liebstes Element – hier fühle ich mich immer federleicht und bin genauso schnell, wie alle Anderen.

Neben einem Innen-/Außenpool findet man in Meiser´s 1000 m² Wellness-Oase ein Wellnessbistro, ein orientalisches Sole- Dampfbad, eine urige Almsauna, Erlebnisduschen, einen Ruhebereich mit Wasserbetten & Liegewiese, eine Vitaminbar, Ayurvedische Massagen, Hot Stone, eine komplette Kosmetik-Abteilung und Trilogie für Partnerpakete. Auch Tagesgäste sind in der Wellness-Oase mit Voranmeldung herzlich Willkommen.

In  einem Online-Prospekt findet Ihr jede Menge Bilder und alle Informationen zum Hotel, dem Wellness-Angebot und sogar zu Freizeitangeboten in der Umgebung.
http://www.vitalhotel-meiser.de/images/flippingbook/prospekt/index.html#32

 

Wir haben uns für einen Ausflug nach Dinkelsbühl, “die schönste Altstadt Deutschlands”, entschieden. Die Stadt bietet viele Sehenswürdigkeiten und ist fast schon für sich ein kleines Museum.

 

Ein kleines Päuschen haben wir in Meiser’s Café/Restaurant eingelegt.
Man muss dem Körper schließlich etwas Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen. Da Dinkelsbühl ein ganz altes Städtchen ist, gelangt man in viele Geschäfte oder Restaurants nur über Treppen. Auch bei dem Haupteingang von Meiser’s gibt es Stufen. Aber es gibt einen ebenerdigen Hintereingang, sogar eine rollstuhlgerechte Toilette findet ihr dort. Im Grand Café gibt es einige Kaffee-und Kuchenspezialitäten, im Restaurant werden traditionelle/regionale Gerichte, aber auch leichte Crossover-Küche serviert.

Wer einen romantischen Ausflug in Mittelfranken plant, ist in Dinkelsbühl auf jeden Fall richtig. Ach ja, Kopfsteinpflaster gehören hier noch zum guten Ton. Meine kleinen Vorderräder sind zwar keine Freunde davon, aber man kommt vorwärts. An dieser Stelle ein Aufruf an die vielen ambitionierten Helfer da draußen in der Welt: Wenn ich mal stecken oder gar stehen bleibe, freue ich mich mega über eure Hilfe. Neulich war mal wieder der Akku defekt und Lutzi & ich sind mitten in der Fußgängerzone auf den Straßenbahngleisen liegen geblieben. Bevor man Lutzi manuell bewegen kann muss man die Räder umstellen, natürlich hat es geklemmt oder ich war einfach zu schwach. Jedenfalls ganz großes Dankeschön an die jungen Männer, die mich ruckizucki aus der Gefahrenzone rausgetragen haben! Es kann auch mal passieren, dass man in einem Straßenloch oder am Gehweg hängen bleibt. Auch dann freu ich mich über Hilfe. Es wäre nur gut, wenn man Gelegenheit bekommt, zu erklären, wie man am besten helfen kann. Drückt man nämlich zu dolle oder will irgendwo mit voller Wucht hoch und die kleinen Vorderreifen bleiben hängen, katapultiert es dich richtig schön aus dem Rollstuhl raus. Vor Jahren ist mir das tatsächlich mal passiert. Ich bin schön abgeschmiert und hab quasi den Boden geküsst. Dieses Ereignis fällt dann unter die Kategorie “Kopfsteinpflasterromantik on fleek”. In diesem Fall wäre es nötig gewesen, dass man die Griffe am Rolli hinten runter drückt, damit die Lenkräder wieder frei sind. Da ich allerdings so gar nicht romantisch bin und auch ungern auf dem Boden sitze, am besten fragen, ob und wie man behilflich sein kann, bevor man eifrig Hand anlegt. Aber bitte nicht falsch verstehen, grundsätzlich bin ich jedem, der achtsam durch die Straßen geht und mir in einer misslichen Lage seine Hilfe anbietet, in jedem Fall super dankbar.

Und um jetzt nochmal zum eigentlichen Thema und unserem Wellnessausflug zurückzukommen: Das Vitalhotel Meiser in Fichtenau hat uns sehr gut gefallen. Vor allem die Zimmer sind so schön eingerichtet und sauber, dass man sich hier nur wohlfühlen kann. Gerade für Rollstuhlfahrer gibt es hier alles, was man braucht.

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